Wissenschaftlich fundierte Tests zur Einschätzung Ihrer Stärken, Schwächen und Potenziale

Umsetzungskompetenz (Volition)

Umsetzungskompetenzen Umsetzungsstärke VolitionUmsetzungskompetenzen (Volition) bewirken eine effiziente Umsetzung von Zielen in Resultate

Definition: Umsetzungskompetenz (Fachbegriff Volition oder Willenskraft) ist die Fähigkeit, innere und äußere Widerstände oder Hindernisse auf dem Weg zum Ziel (angestrebtes Resultat) wirksam zu überwinden. Beispiele für solche Hindernisse sind Unlustgefühle, Ziellosigkeit, Ziel- und Wertkonflikte, Unentschlossenheit, Ängste sowie fehlende Energie, reduziertes Selbstvertrauen und unklare Zukunftsperspektiven. Derartige Widerstände bewirken, dass man Entscheidungen und Aufgaben vor sich her schiebt, Projekte nicht konsequent zu Ende führt oder Zusagen nicht einhält.  Dieses Phänomen wird auch als Prokrastination oder fehlende Fähigkeit der Selbststeuerung bezeichnet.

Das Forschungsprojekt* des Instituts für Management-Innovation hat in einer empirischen Studie herausgefunden, dass die Umsetzungskompetenz aus fünf Teilkompetenzen besteht. Dazu wurde ein Test (Inventar) zur Messung dieser Fähigkeiten entwickelt und mit einer Stichprobe von 13.302 Teilnehmern validiert (siehe Gütekriterien weiter unten).

Die Auswertung dieser empirischen Basis hat die Bedeutung der Umsetzungskompetenz (Volition) als Schlüsselkompetenz (nicht nur im Management) bestätigt. Bis Mai 2017 haben rund 17.000 Fach- und Führungskräfte an diesem Test (Gießener Inventar der Umsetzungskompetenz) teilgenommen, der hier der Öffentlichkeit in einer Kurzform vorgestellt wird.

Vorschlag: Führen Sie zuerst den Test durch, und informieren Sie sich anschließend über den wissenschaftlichen und praktischen Hintergrund.

>> Umsetzungskompetenz/Volition (Kurzform) – Link zum Test

Zum wissenschaftlichen Hintergrund und den zahlreichen Publikationen zur Umsetzungskompetenz (Volition) klicken Sie bitte auf „Publikationen“ auf  der Homepage unseres Instituts oder auf den Seiten des Forschungsprojektes zur Volition.

Kerngedanke der Umsetzungskompetenz: Was nutzen exzellente Fähigkeiten, profunde Fachkenntnisse und ehrgeizige Ziele, wenn sie in der Praxis nicht in Resultate umgesetzt werden? Eine Lösung liefert das Konzept der Umsetzungskompetenzen (Fachbegriff Volition oder Willenskraft). Unsere Studie zu diesem Thema hat ergeben, dass es nicht visionäre oder charismatische Eigenschaften sind, die außergewöhnlich erfolgreiche Unternehmer und Manager auszeichnen, sondern die Fähigkeit, Ziele und Motive in Resultate umzusetzen. Diese Erkenntnis war das Ergebnis aus 34 Interviews mit Geschäftsführern mittelständischer Weltmarktführer (Hidden Champions) und Ausgangspunkt dieses Forschungsprojektes (siehe dazu den Beitrag "Führen wie die Hidden Champions").

Deswegen erzielen sie auch mit bescheidenen Mitteln, häufig unter ungünstigen Umständen, überzeugende Ergebnisse. Diese Umsetzungsstärke (Volition) besteht aus fünf erlernbaren Kompetenzen, die wir in einer empirischen Studie mit der oben genannten Stichprobe validiert haben. Herausragende Leistungen sind nicht primär die Folge einer außergewöhnlichen Anstrengung, sondern das Ergebnis einer intelligenten Entwicklung dieser Fähigkeiten. Es handelt sich um folgende Kompetenzen, die im Test durch jeweils acht Verhaltensgrundsätze operationalisiert (also „messbar“ gemacht) wurden.

  • Fokussierung auf das Wesentliche (statt verzetteln)
  • Mobilisierung emotionaler Energie (statt emotionaler Stress)
  • Vorausschauend planen und handeln (statt „Niagara-Syndrom“)
  • Vertrauen auf eigene Stärken und Kreativität (statt Angst und Überlastung)
  • Selbstdisziplin durch tieferen Sinn (statt Zwang).

Jede dieser Kompetenzen wurde durch acht Verhaltensbeschreibungen operationalisiert und somit "messbar" gemacht. Die Korrelation mit dem Erfolgsindex (Persönlichkeitsmerkmale herausragender Unternehmer) beträgt im Durchschnitt r = 0,78 (zu den Einzelheiten siehe die Angaben zur Validität und die Quellenangabe*). Die Umsetzungskompetenz kann einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Prokrastination leisten.

Gütekriterien des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenz

Reliabilität (Zuverlässigkeit)

Die interne Konsistenz der Unterskalen variiert zwischen α = .76 (Vorausschauende Planung und Problemlösung) und α = .79 (Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke). Die Gesamtskala (40 Items) weist einen Wert für Cronbachs α von .941 auf. Die Split-Half-Methode ergab einen Cronbachs α-Wert von 0.888 für die erste Hälfte der Items und 0,892 für die zweite Hälfte, sowie einen Spearman-Brown-Koeffizienten von .929. Die Trennschärfenanalyse ergab, dass 18 Items einen Wert von mehr als .5 aufweisen (bezogen auf die jeweilige Sub-Skala); 20 Items erreichten Werte zwischen 0.31 und 0.50 und zwei Items jeweils 0.28. Diese kann man wegen der großen Anzahl von 8 Items pro Skala weglassen.

Validität (Testgültigkeit)

Die Inhaltsvalidität wurde durch mehrere Vorstudien gewährleistet. Dazu gehören 34 Tiefeninterviews mit Geschäftsführern mittelständischer Weltmarktführer (Hidden Champions) sowie eine Expertenbefragung mit 153 Entscheidern aus dem Management (Geschäftsführer, Personal- und Vertriebsleiter). Als Außenkriterium zur Überprüfung der Validität wurde die Korrelation mit dem Erfolgsindex (Persönlichkeitsmerkmale überdurchschnittlich erfolgreicher Unternehmer nach Csíkszentmihályi) und mit der Einkommensentwicklung ermittelt.* Diese erreichte einen Wert von .784 im Falle der Persönlichkeitsmerkmale und 0.441 im Falle der Einkommensentwicklung. Zusätzliche konfirmatorische und explorative Faktoranalysen zur Messung der Konstruktvalidität bestätigten einen guten Modell-Fit der Theorie. Items wiesen eine Faktorladung von mindestens .88 auf ihre jeweiligen Sub-Skalen auf.

Normen

Die Normierungsstichprobe umfasst insgesamt n = 13.302 Personen aus verschiedenen Bereichen wie Management (nach Führungserfahrung), Naturwissenschaft und Technik, Unternehmensgröße, Beschäftigungsverhältnis in verschiedenen Altersgruppen und beiderlei Geschlechts. Dieser Stichprobenumfang erlaubt es, verschiedene zielgruppenspezifische Normwerte zu ermitteln.

Weitere Einzelheiten und Fachliteratur

* Pelz, W.: Umsetzungskompetenz als Schlüsselkompetenz für Führungspersönlichkeiten. In: Au, Corinna von (Hrsg.): Leadership und angewandte Psychologie. Band 5: Führung im Zeitalter von Veränderung und Diversity. Berlin: Springer Verlag 2017 (PDF Download Umsetzungskompetenz)

Weitere Informationen zu diesem Thema auf der Steite "Publikationen" des Instituts für Management-Innovation.