Wissenschaftlich fundierte Tests zur Einschätzung Ihrer Stärken, Schwächen und Potenziale

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz: mehr Energie und weniger Stress!

Emotionale Intelligenz und weniger Stress

Definition: Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zutreffend zu erkennen, zu verstehen und (konstruktiv) zu beeinflussen. Sie hat nach zahlreichen empirischen Studien einen größeren Einfluss auf den beruflichen und privaten Erfolg als die meisten anderen "harten" und "weichen" Kompetenzen. Auf dieser Seite stellen wir der Öffentlichkeit zwei praktische Anwendungsmöglichkeiten der Emotionalen Intelligenz vor: (1) effektive Stressbewältigung und (2) Nutzung der Emotionalen Intelligenz als "Energiequelle".

Bedeutung der Emotionalen Intelligenz: Gefühle haben einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Lebensfreude (Zufriedenheit). Positive Gefühle wie zum Beispiel Begeisterung, Stolz, Teamgeist oder Faszination gehören zu den mächtigsten menschlichen Energiequellen und führen zu Spitzenleistungen. Negative Gefühle wie zum Beispiel Frustration, Angst, Neid oder Wut bewirken langfristig das Gegenteil und münden in Verzweiflung und Depression. Die Kernfrage lautet: Wie kann man negative Gefühle wirksam überwinden und positive Gefühle stärken. Genau diese Fähigkeit ist Kern der Emotionalen Intelligenz. Beispiel: Es gibt rund 40 in der Praxis erprobte Methoden zur Verbesserung der Stimmung; welche davon praktizieren Sie?

Die Emotionale Intelligenz ist besonders wichtig für Führungskräfte, weil sie durch ihre Vorbildfunktion einen entscheidenden Einfluss auf die Gefühle und somit die Leistung ihrer Mitarbeiter haben.

Bei der ersten praktischen Anwendung der Emotionalen Intelligenz geht es um die effiziente Bewältigung von Stress, der in den meisten Fällen durch emotional belastende Situationen verursacht wird. Zur Bewältigung gibt es mehr oder weniger wirksame Methoden und Gewohnheiten (vergleichbar mit einer stumpfen oder scharfen Säge). Welche dieser Methoden bevorzugen Sie? Welche sind wirklich die hilfreichsten?

Die zweite Anwendungsmöglichkeit ist die Nutzung der Emotionalen Intelligenz als Quelle für Tatkraft und Energie. Mit dem Test erstellen Sie ein Stärken-Schwächen-Profil ihrer emotionalen Kompetenzen. Es handelt sich um acht Fähigkeiten, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt sind. Jede Situation erfordert andere emotionale Kompetenzen; deswegen ist es wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Vorschlag: Führen Sie zuerst den Test durch, und informieren Sie sich anschließend über den wissenschaftlichen und praktischen Hintergrund, wie er in der Kurzbeschreibung und in der Fachliteratur skizziert ist.

>> (1) Stressbewältigung mit Emotionaler Intelligenz – Link zum Test

>> (2) Emotionale Kompetenzen: Stärken-Schwächen-Profil - Link zum Test

Kurzbeschreibung der Emotionalen Intelligenz-Tests

Zu (1): Stress ist für Hochleistungssportler, herausragende Führungspersönlichkeiten und Unternehmer eine wesentliche Voraussetzung ihres Erfolges. Das gleiche gilt für Menschen, die zum Beispiel einen schweren Schicksalsschlag überwunden haben und daraus gestärkt, mit einem größeren Selbstwertgefühl und einer beeindruckenden menschlichen Reife hervorgehen. Stress kann allerdings auch zu lebensbedrohlichen, gesundheitlichen Risiken führen, wenn tatsächliche oder wahrgenommene Belastungen nicht als Herausforderungen, sondern als „unüberwindbare“ Bedrohungen wahrgenommen werden. Darin liegt der Schlüssel zum effektiven Umgang mit Stress.

Menschen, die wenig unter Stress leiden, haben die grundsätzliche Einstellung, dass alle Probleme lösbar sind, weil zur Problemlösung eine der wenigen unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung steht, nämlich die menschliche Kreativität. Auch eine (quantitative) Arbeitsüberlastung, über die viele Manager klagen, ist ein lösbares Problem (Selbstorganisation, Prioritätensetzung, Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, Verzettelung etc.). Weitere Informationen dazu liefert sie Seite Umsetzungskompetenzen.

Zu (2): Emotionale Kompetenzen (Energie): Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob sich ein Mitarbeiter gleichgültig, frustriert, verärgert und minderwertig fühlt oder ob er mit Tatendrang, Kreativität, Teamgeist und Freude seine Aufgaben bewältigt. Die Verantwortung der Führungskraft für die Energie und Leistungsfähigkeit seines Teams lässt sich kaum leugnen. Jeder Mensch hat ein individuelles Stärken-Schwächen-Profil bei den acht emotionalen Kompetenzen. Nur wenn man diese Stärken und Schwächen kennt, kann man ein Gefühl von Tatkraft und Energie aufbauen. Bei den 8 Kompetenzen handelt es sich um:

  1. Eigene Emotionen zutreffend erkennen
  2. Emotionen bei Anderen zutreffend erkennen
  3. Ursachen für eigene emotionale Veränderungen verstehen
  4. Gründe für emotionale Veränderungen bei Anderen verstehen
  5. Folgen der eigenen Emotionen antizipieren
  6. Folgen der Emotionen bei Anderen antizipieren
  7. Eigene Gefühle steuern (beeinflussen)
  8. Fremde Gefühle steuern (beeinflussen)

Referenzen und wissenschaftlicher Hintergrund

  • Bernard Bass, The Bass Handbook of Leadership, Free Press 2008
  • Cord Benecke u.a., Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung von Emotionserleben und Emotionsregulation (EER), Innsbruck 2008
  • Nadia Garnefski et al., Manual for the use of the Cognitive Emotion Regulation Questionnaire, Leiderdorp 2002
  • James J. Gross (ed.), Handbook of Emotion Regulation, New York 2014
  • Françoise Jermann et al., Cognitive Emotion Regulation Questionnaire (CERQ), in: European Journal of Psychological Assessment 2006
  • David McClelland, Human Motivation, Cambridge University Press 1987
  • David G. Myers, Psychology, 10th edition, Worth Publishers 2013
  • S. N. Noorbakhsh et al., Emotional intelligence and coping styles with stress, in: Procedia Social and Behavioral Sciences 2010
  • Waldemar Pelz, Kompetent führen, Wiesbaden 2004
  • Peter Schulz u. a., Trierer Inventar zum chronischen Stress, Göttingen 2004
  • Christian Reimer u. a., Psychotherapie, 3. Auflage, Heidelberg 2007
  • Kathleen Vohs und Roy Baumeister, Handbook of Self-Regulation, 2nd Edition, New York: The Guilford Press 2011
  • Hans-Ulrich Wittchen und Jürgen Hoyer (Hrsg.). Klinische Psychologie & Psychotherapie, 2. Auflage, Berlin und Heidelberg 2011
  • Xiongzhao Zhu, Psychometric properties of the Cognitive Emotion Regulation Questionnaire, in: Cognition and Emotion 2008