Emotionale Intelligenz: Gefühle mit EQ wirksam steuern

Mehr Energie und weniger Stress mit Emotionaler Intelligenz

Emotionale Intelligenz und weniger Stress

Definition

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zutreffend zu erkennen, zu verstehen und (konstruktiv) zu beeinflussen, damit emotional belastende Probleme schneller überwunden und Arbeits- und Lebensfreude gefördert werden. 

Praxisbezug

Um die Emotionale Intelligenz in der Praxis sinnvoll nutzen zu können, muss man diese Fähigkeit (Stärken und Schwächen) realistisch und objektiv (valide) einschätzen („messen“). Einfache Übersetzungen aus dem Englischen halfen nicht weiter. Vielmehr muss ein EQ-Test mit Probanden aus unserer Kultur validiert sein. Nur so kann man die Praxistauglichkeit dieses Konzeptes (in der deutschen Kultur) sicherstellen. Dazu haben wir zwei Testverfahren entwickelt, die wir hiermit der Öffentlichkeit vorstellen (siehe auch die Gütekriterien am Ende dieser Seite).

Ergebnisse der empirischen Forschung

Emotionale Intelligenz hat nach zahlreichen empirischen Studien einen größeren Einfluss auf den beruflichen und privaten Erfolg als die meisten anderen Kompetenzen. Das bestätigt auch unsere Befragung von 13.302 Fach- und Führungskräften (siehe Seite Umsetzungskompetenz).

Bedeutung für Unternehmen, Abteilungen und Teams

Emotionen haben einen entscheidenden Einfluss auf das Arbeitsklima und somit die Leistung in einem Unternehmen, einer Abteilung oder einem Team. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob die Zusammenarbeit einerseits von Emotionen wie Zuversicht, Entschlossenheit, Teamgeist und Begeisterung oder andererseits von Gefühlen der Feindseligkeit, Aggression, Gleichgültigkeit oder Frustration geprägt ist. Daher können positive Emotionen die Arbeitsproduktivität um ein Vielfaches steigern.

Emotionale Intelligenz und Erfolg im Leben

Gefühle haben einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Lebensfreude (Zufriedenheit). Positive Gefühle wie zum Beispiel Begeisterung, Stolz, Teamgeist oder Faszination gehören zu den mächtigsten menschlichen Energiequellen und führen zu Spitzenleistungen. Negative Gefühle wie zum Beispiel Frustration, Angst, Neid oder Wut bewirken langfristig das Gegenteil und münden in Verzweiflung und Depression

Die Kernfrage lautet: Wie kann man negative Gefühle wirksam überwinden und positive Gefühle stärken. Genau diese Fähigkeit ist Kern der Emotionalen Intelligenz. Beispiel: Es gibt rund 40 in der Praxis erprobte Methoden zur Verbesserung der Stimmung; welche davon praktizieren Sie?

Emotionale Intelligenz im Management

Die Emotionale Intelligenz ist besonders wichtig für Führungskräfte, weil sie durch ihre Vorbildfunktion einen entscheidenden Einfluss auf die Gefühle und somit das Arbeitsklima und die Leistung ihrer Mitarbeiter haben. Ohne seine Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, Kollegen oder Vorgesetzte zu verstehen, ist es äußerst schwierig, die eigenen Vorstellungen und Ideen in der Praxis durchzusetzen. Praktische Tipps für Führungskräfte befinden sich an Ende dieser Seite.

Zwei Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis

(1): Bei der ersten praktischen Anwendung der Emotionalen Intelligenz geht es um die effiziente Bewältigung von Stress, der in den meisten Fällen durch emotional belastende Situationen verursacht wird. Zur Bewältigung gibt es mehr oder weniger wirksame Methoden und Gewohnheiten (vergleichbar mit einer stumpfen oder scharfen Säge). Welche dieser Methoden bevorzugen Sie? Welche sind wirklich die hilfreichsten?

(2) Die zweite Anwendungsmöglichkeit ist die Nutzung der Emotionalen Intelligenz als Quelle für Tatkraft und Energie. Mit dem EQ-Test erstellen Sie ein Stärken-Schwächen-Profil ihrer emotionalen Kompetenzen. Es handelt sich um acht Fähigkeiten, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt sind. Jede Situation erfordert andere emotionale Kompetenzen; deswegen ist es wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen, die mit diesem neuen EQ-Test „gemessen“ werden. Das ist die Grundlage für eine Verbesserung der Emotionalen Intelligenz: Emotionale Belastungen meistern, Arbeits- und Lebensfreude steigern.

Vorschlag

Führen Sie zuerst den EQ-Test durch, und informieren Sie sich anschließend über den wissenschaftlichen und praktischen Hintergrund, wie er in der Kurzbeschreibung und in der Fachliteratur skizziert ist.

EQ-Test: Beurteilung ("Messung") der Emotionalen Intelligenz

Test 1: Weniger Stress durch Emotionale Intelligenz (Link)

Test 2: Die acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz für mehr Energie und Leistung (Link)

 

Kurzbeschreibung der Emotionalen Intelligenz-Tests

EQ-Test 1: Stress durch emotionale Belastungen schneler und effizienter überwinden

"Positive Energie"

Hochleistungssportler, herausragende Unternehmer und Manager brauchen Stress, weil er die Leistung steigert. Man nennt dies auch „Positive Energie“. Damit setzen wir unser kreatives Potential in Erfolge um. Wir fühlen uns in unseren Anstrengungen wohl und genießen sie richtig. Menschen, die voller Begeisterung bei der Sache sind, können fast den ganzen Tag und die halbe Nacht arbeiten, brauchen nur ein paar Stunden Schlaf, wachen frisch auf und arbeiten mit gleichem Engagement weiter.

Frust abbauen

Wir genießen das tiefe Gefühl, etwas Wichtiges vollbracht zu haben. Das stärkt unser Selbstvertrauen und den Wunsch nach neuen Herausforderungen. Im Laufe des Tages wird ständig Energie von uns abgezogen. Frustrierende Aktivitäten halten uns davon ab, unsere persönliche Energie optimal zu nutzen. Erschöpfung, Entfremdung, Langeweile, Orientierungslosigkeit und Depression beginnen; unser Alltag wird unerfreulich und unbefriedigend. Über einen längeren Zeitraum hinweg bewirken die emotional belastenden Situationen den Stress, der unsere gesamte Existenz bedrohen kann.

Emotionale Belastungen überwinden

Es kommt also darauf an, die emotionalen Belastungen wirksam zu überwinden. Einige Methoden sind hilfreich und andere verstärken eher den Stress. Dieser Test zeigt, zu welchen Methoden Sie neigen. Menschen, die wenig unter Stress leiden, haben die grundsätzliche Einstellung, dass alle Probleme lösbar sind, weil zur Problemlösung eine der wenigen unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung steht, nämlich die menschliche Kreativität. Auch eine (quantitative) Arbeitsüberlastung, über die viele Manager klagen, ist ein lösbares Problem (Selbstorganisation, Prioritätensetzung, Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, Verzettelung etc.). Weitere Informationen dazu liefert sie Seite Umsetzungskompetenzen.

EQ-Test 2: Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz ("Emotions- und Stimmungsmanagement")

Emotionen steuern (beeinflussen)

Der Kern der Emotionalen Intelligenz ist die Fähigkeit, negative Emotionen abzuschwächen und positive Gefühle gezielt zu verstärken. In praktisch jeder Situation werden bei uns „automatisch“ bestimmte Gefühle zu dem ausgelöst, was wir sehen, hören, denken und tun. Das liegt daran, dass alle unsere Sinnes-wahrnehmungen durch das Gefühlszentrum in unserem Gehirn als positiv (z. B. Lust) oder negativ (z. B. Angst) bewertet werden. Positive Gefühle „erzeugen“, und negative Gefühle „verbrauchen“ Energie. Als menschliche Wesen können wir - im Gegensatz zur Tierwelt - diese Bewertung steuern. Bei manchen Menschen klappt das sehr gut, bei anderen weniger.

Subjektive Wahrnehmung von Bedrohungen

Es ist also eine Fähigkeit, die man Emotionale Intelligenz nennt. Die Steuerung erfolgt über unsere subjektive Interpretation der Situation. Wenn wir keine Bedrohung wahrnehmen, empfinden wir keine Furcht, gleichgültig wie groß oder klein die reale Gefahr auch sein mag. Wenn wir zum Beispiel unsere Leistungsfähigkeit und unsere Kreativität als besonders erfolgreich bewerten, fühlen wir uns freudig, erregt und zuversichtlich.

Ängste überwinden

Dagegen werden wir Ängste, Unsicherheiten und Zweifel empfinden, wenn wir unsere Fähigkeiten als unzureichend oder unterlegen wahrnehmen (Minderwertigkeitsgefühle). Häufig handelt es sich um negative Wahrnehmungsgewohnheiten, die die Wirklichkeit in einer Weise verzerren, dass viele Menschen glauben, sie könnten ein Problem nicht lösen, obwohl sie es - objektiv gesehen – erfolgreich bewältigen könnten. Entscheidend für unser Wohlbefinden sind also nicht die äußeren Umstände, sondern unsere subjektive Bewertung der Situation und unserer Fähigkeiten.

EQ: Stärken und Schwächen

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob sich jemand gleichgültig, frustriert, verärgert und minderwertig fühlt oder ob er mit Tatendrang, Kreativität, Teamgeist und Freude seine Aufgaben bewältigt. Die Verantwortung der Führungskraft für die Energie und Leistungsfähigkeit seines Teams lässt sich kaum leugnen. Jeder Mensch hat ein individuelles Stärken-Schwächen-Profil bei den acht emotionalen Kompetenzen. Nur wenn man diese Stärken und Schwächen kennt, kann man ein Gefühl von Tatkraft und Energie aufbauen.

Acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz

  1. Eigene Emotionen zutreffend erkennen
  2. Emotionen bei Anderen zutreffend erkennen
  3. Ursachen für eigene emotionale Veränderungen verstehen
  4. Gründe für emotionale Veränderungen bei Anderen verstehen
  5. Folgen der eigenen Emotionen antizipieren
  6. Folgen der Emotionen bei Anderen antizipieren
  7. Eigene Gefühle steuern (beeinflussen)
  8. Fremde Gefühle steuern (beeinflussen)

Tipps (nicht nur) für Führungskräfte

Modellierung positiver Verhaltensweisen

Eine häufige Ursache für negative Gefühle sind sachliche Probleme und Konflikte, die dem Betroffenen „unlösbar“ erscheinen und ihn in einer negativen Spirale gefangen halten. Grübeln, Selbstvorwürfe, Versagensängste, Anschuldigungen und Übertreibungen sind häufige, aber wenig hilfreiche „Strategien“. Emotionale Intelligenz erfordert in diesem Falle, Vorbild zu sein durch eine positive, lösungsorientierte Grundeinstellung zu emotional belastenden Situationen. Praktizieren Sie die konstruktiven und vermeiden Sie die hinderlichen Strategien wie sie in den Ergebnissen des ersten EQ-Tests beschrieben sind.

Akzeptanz von Negativität

Manager sollten einen Mitarbeiter nicht abblocken oder ignorieren, wenn er vieles kritisiert, „schlechtredet“, „herumnörgelt“, Gleichgültigkeit oder Frustration äußert. Das sind häufig nur Symptome für ein tiefer liegendes emotionales Problem. Viele Mitarbeiter reagieren sehr empfindlich, wenn sie sich mit ihren (subjektiven) Emotionen nicht ernst genommen fühlen, auch wenn es sich aus objektiver Sicht um Kleinigkeiten handelt. Daher sollte man versuchen, besser zu verstehen, was der Mitarbeiter wirklich empfindet. Die dazu notwendige Empathie setzt ein aufrichtiges Interesse an anderen Menschen voraus (siehe das Kapitel über Empathie und den Empathie-Test).

Suche nach Positivem

Zur Emotionalen Intelligenz gehört auch die Fähigkeit, die negativen Dinge, wie sie sind, zumal man sie ohnehin nicht ändern kann. Es ist nicht einfach, aber sehr hilfreich, in negativen Gefühlen die positive Botschaft zu finden. Beispielsweise signalisiert Angst, dass etwas auf uns zukommt, auf das wir besser vorbereitet sein sollten. Beim Gefühl der Frustration „glaubt“ unser Gehirn, dass wir bessere Ergebnisse erzielen könnten als das, was wir derzeit vorweisen können. Wut kann bedeuten, dass andere Personen oder die Umstände uns daran hindern, das zu tun, was wir wollen. Es gibt viele (kreative) Möglichkeiten, Wut erzeugende Blockaden aus dem Weg zu schaffen. Oft sind es gerade die Krisen, die zu einem erfolgreichen Neuanfang führen. Fokussieren Sie also Ihre Aufmerksamkeit darauf, was man aus den negativen Ereignissen für die Zukunft lernen kann, und handeln Sie.

Nichtbeteiligung bei der Erzeugung von Negativität

Sich in Gespräche darüber zu verwickeln, „wie schlecht und furchtbar alles ist“, ist einfach. Wenn der Manager mit Unterhaltungen dieser Art konfrontiert ist, muss er sich hüten mitzumachen. Auch Gegenargumente sind meist wenig hilfreich. Er sollte bei negativen Unterhaltungen zwar zuhören, die Vorfälle aber möglichst nicht kommentieren und zu einem positiven Thema wechseln. Langfristig sollte er aber Maßnahmen einleiten, die die Situation verändern und keinen Anlass für Negativität geben. Viele Menschen neigen dazu, sich mit negativen Dingen zu beschäftigen, wenn sie keine Herausforderungen oder keine sinnvollen und klaren Ziele haben. Geben Sie Ihren Mitarbeitern aufrichtiges Feedback zu ihren bisherigen Leistungen und ihrem Verhalten und entwickeln Sie mit ihnen klare Perspektiven. Einige Tipps dazu enthält die Datei Berufliche Perspektiven.

Positive Verstärkung

Menschen brauchen Lob, Anerkennung und Wertschätzung! Dies ist wahrscheinlich die wirksamste Methode, um positive Energie zu erzeugen. Emotionale Intelligenz hilft zu verstehen, was ein Mitarbeiter als Wertschätzung empfindet und wie man Lob und Anerkennung in verschiedenen Situationen „dosieren“ muss, damit sie sich nicht „abnutzen“. Lob und Anerkennung müssen ehrlich und echt sein. Das setzt voraus, dass die Führungskraft ihre Mitarbeiter individuell inspiriert oder herausgefordert hat. Noch wirksamer ist es, wenn Mitarbeiter (zum Beispiel durch die Vorbildfunktion ihrer Vorgesetzten) lernen, sich Lob und Anerkennung selbst zu erarbeiten. Siehe dazu die kritischen Anmerkungen zum Thema Lob und Anerkennung. Zur Inspiration von Mitarbeitern empfehlen wir die Tipps zur Transformationalen Führung.

Beenden negativer „Spiele“ und "Gerüchteküche"

Eines der größten Energie zehrenden Probleme ist eine fehlende Konflikt- oder Streitkultur. Häufig lösen einfache schliche Konflikte zugleich starke negative Emotionen wie zum Beispiel Angst, Neid, Wut oder Hass aus. Derartige Gefühle stehen oft am Ende einer Eskalationsspirale, die mit scheinbar belanglosen Bemerkungen beginnt und mit zerstörerischen Kämpfen in einer vergifteten Atmosphäre endet. In solchen Unternehmen oder Abteilungen ist die Kommunikation doppelzüngig, man redet nicht mit- sondern nur übereinander, die Gerüchteküche ist am brodeln und Intrigen durchziehen die gesamte Unternehmenskultur.

Konfliktmanagement

Der wichtigste Erfolgsfaktor des Konfliktmanagements ist daher die frühzeitige Erkennung von Konfliktsymptomen und die Anwendung konstruktiver Lösungsstrategien. Dadurch verlieren Konflikte ihre bedrohliche Wirkung und vermindern die „Angst“ vor Konflikten und ihrer Eskalation. Ein vergiftetes Klima ist direkt geschäftsschädigend, weil die Mitarbeiter praktisch keine Zeit haben, sich um ihre Aufgaben und die Kunden zu kümmern. Emotionale Intelligenz hat folglich einen direkten Einfluss auf die Produktivität.

EQ-Test Gütekriterien

EQ-Test 1: Stress durch emotionale Belastungen schneller und besser überwinden

Reliabilität (Zuverlässigkeit)

Der Stichprobenumfang beträgt n = 448). Die acht einzelnen Subskalen (Selbst-Vorwürfe, Grübeln, Übertreibungen, Andere anschuldigen, Akzeptanz, Auf das Positive Fokussieren, Planung und Problemlösung und Positive Neubewertung) variieren bezüglich ihrer internen Konsistenz zwischen α = .60 (Akzeptanz) und α = .89 (Selbstvorwürfe). Die insgesamt 32 Items weisen einen guten Wert für Cronbachs α von .801 auf. Die Trennschärfenanalyse zeigte auf, dass 18 der Items einen Wert von über .5, bezogen auf die jeweilige Sub-Skala, erreichten. Elf Items erreichten noch akzeptable Werte. Drei weitere werden in späteren Versionen des Tests überarbeitet.  

Validität (Testgültigkeit)

Als Kriteriumsvalidität wurde die Korrelation mit den wichtigsten Items des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenz herangezogen. Die Werte liegen zwischen -0.548 (Übertreibungen) und .443 (Positive Neubewertung). Die großen Unterschiede in den Werten erklären sich dadurch, dass beispielsweise ein Hang zu Übertreibungen negativ, eine stetige Neubewertung positiv mit der Volition korrelieren.

Zusätzlich durchgeführte konfirmatorische und explorative Faktoranalysen bestätigten einen guten Modell-Fit der Theorie (Konstruktvalidität). Items und Sub-Skalen wiesen mindestens eine durchschnittliche Faktorladung von 0.62 auf.

EQ-Test 2: Die acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz

Reliabilität (Zuverlässigkeit)

Der Stichprobenumfang beträgt n = 195. Die acht Dimensionen des EQ-2-Tests variieren bezüglich ihrer internen Konsistenz zwischen α = .74 (Eigene Gefühle steuern) und α = .87 (Gefühle anderer Menschen verstehen). Lediglich die Skala „Folgen der eigenen Emotionen antizipieren“ bedarf auf Grund ihres niedrigen Cronbachs α-Wertes einer Überarbeitung. Die insgesamt 64 Items weisen einen sehr guten Wert für Cronbachs α von .956 auf. Die Trennschärfenanalyse zeigte auf, dass 43 der Items einen Wert von über .5, bezogen auf die jeweilige Sub-Skala, erreichten. 13 Items erreichten akzeptable Werte. Acht Items werden im nächsten Schritt überarbeitet werden.

Validität (Testgültigkeit)

Als Kriteriumsvalidität wurde die Korrelation mit den wichtigsten Items des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenz herangezogen. Die Werte liegen zwischen .263 (Emotionen anderer Menschen sicher erkennen) und .629 (Eigene Gefühle steuern (beeinflussen)). Es scheint also einen starken Zusammenhang zwischen der Willenskraft und der Fähigkeit die eigenen Gefühle zu steuern zu geben.

Mit dem vorhandenen Datensatz durchgeführte konfirmatorische und explorative Faktoranalysen bestätigten einen guten Fit des Modells (Konstruktvalidität). Nahezu alle Items laden auf einen einzelnen Faktor besonders hoch. Dies bestätigt den Ansatz mit acht Dimensionen.

Literatur und wissenschaftlicher Hintergrund

  • Baba Majid et al.: Emotional Intelligence and Decision Making Effectiveness: An Empirical Study. Global Business Review 2017
  • Cord Benecke u.a., Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung von Emotionserleben und Emotionsregulation (EER), Innsbruck 2008
  • Nadia Garnefski et al., Manual for the use of the Cognitive Emotion Regulation Questionnaire, Leiderdorp 2002
  • James J. Gross (ed.), Handbook of Emotion Regulation, New York 2014
  • Françoise Jermann et al., Cognitive Emotion Regulation Questionnaire (CERQ), in: European Journal of Psychological Assessment 2006
  • Rashid Maqbool et al.: The Impact of Emotional Intelligence, Project Managers' Competencies, and Transformational Leadership on Project Success: An Empirical Perspective. Project Management Journal 2017
  • David G. Myers, Psychology, 10th edition, Worth Publishers 2013
  • S. N. Noorbakhsh et al., Emotional intelligence and coping styles with stress, in: Procedia Social and Behavioral Sciences 2010
  • Kenneth Nowack, Sleep, emotional intelligence, and interpersonal effectiveness. Consulting Psychology Journal 2017
  • Waldemar Pelz, Kompetent führen, Wiesbaden 2004
  • Peter Schulz u. a., Trierer Inventar zum chronischen Stress, Göttingen 2004
  • Christian Reimer u. a., Psychotherapie, 3. Auflage, Heidelberg 2007
  • Kathleen Vohs und Roy Baumeister, Handbook of Self-Regulation, 2nd Edition, New York: The Guilford Press 2011
  • Hans-Ulrich Wittchen und Jürgen Hoyer (Hrsg.). Klinische Psychologie & Psychotherapie, 2. Auflage, Berlin und Heidelberg 2011
  • Xiongzhao Zhu, Psychometric properties of the Cognitive Emotion Regulation Questionnaire, in: Cognition and Emotion 2008