Emotionale Intelligenz: Testen und stärken Sie wirksam Ihre emotionalen Fähigkeiten!

Emotionale IntelligenzEmotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, einerseits negative Emotionen wie zum Beispiel Ängste, Enttäuschungen, Frustrationen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle oder Wut wirksam zu reduzieren und andererseits positive Gefühle wie Fröhlichkeit, Entschlossenheit, Begeisterung, Stolz, Tatkraft oder Teamgeist zu fördern. 

Das kann nur gelingen, wenn man zuvor mit einem validen Test der Emotionalen Intelligenz („EQ-Test“) die persönlichen Stärken und Schwächen zutreffend erkannt („diagnostiziert“) hat. 

Auf dieser Seite können Sie Ihre emotionalen Fähigkeiten kritisch überprüfen (testen), um daraus gezielt zu lernen. 

Emotionale Intelligenz: Definition, Test und Anwendung in der Praxis

Empfehlung: Führen Sie möglichst unvoreingenommen beide Tests durch, bevor Sie tiefer in das Thema einsteigen. Sie bekommen damit ein Stärken-Schwächen.-Profil Ihrer emotionalen Fähigkeiten im Vergleich zu einigen Tausend Teilnehmern, die diese Tests bereits absolviert haben (eine Registrierung oder Angabe Ihrer E-Mail ist nicht notwendig). 

Direkt zu den EQ-Tests  

Test 1: Emotionale Belastungen wirksam überwinden (Wie gut gelingt das Ihnen im Vergleich zu anderen Menschen?)

Test 2: Mit Emotionaler Intelligenz mehr Energie und Lebensfreude gewinnen (Ihre emotionalen Stärken und Schwächen)

Ein Test hat die gleiche Aufgabe, wie die Diagnose eines Arztes. Ohne validierten EQ-Test können Tipps zur Steigerung der Emotionalen Intelligenz nur "schwammig" und spekulativ sein (siehe Abbildung "Managementesoterik".) Die Tests sind als "Diagnose" notwendig. Nur so kann man die individuellen Stärken und Schwächen erkennen und daraus praktische Empfehlungen zur Stärkung der emotionalen Intelligenz ableiten. 

Dazu muss ein Test anhand einer "repräsentativen" Stichprobe auf Praxisrelevanz geprüft werden. Die Ergebnisse einer solchen Prüfung nennt man Gütekriterien (Objektivität, Validität und Reliabilität). Informationen zu den Gütekriterien der hier vorgestellten emotionalen Intelligenztests finden Sie am Ende dieser Seite. Zur verständlichen Erklärung von Gütekriterien empfehlen wir die Seite Gütekriterien von Fragebögen.

Bitte beachten: Obwohl die Gütekriterien erfüllt sind, geben beide Tests Ihre Selbsteinschätzung wieder. Um die "Diagnose" zu verbessern, bitten Sie Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen um deren Einschätzung Ihrer emotionalen Kompetenzen mit diesen Tests (Fremdbild).  

Definition: Was ist Emotionale Intelligenz?

Intelligenz ist die Fähigkeit, neuartige Probleme erfolgreich zu bewältigen. Es können analytische (zum Beispiel mathematische) oder emotionale Probleme sein (zum Beispiel Gefühle der Einsamkeit, Ohnmacht oder Minderwertigkeit). Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle zutreffend zu erkennen, zu verstehen und zu beeinflussen (positive Gefühle zu verstärken und negative Gefühle abzuschwächen). Diese Fähigkeit (Kompetenz) hat einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Beruf und Privatleben, weil einerseits emotionale Belastungen und Konflikte (Stress) schneller überwunden werden, und andererseits ein Gefühl der Sicherheit und Stärke entsteht. 

Emotionale Intelligenz kann als Persönlichkeitsmerkmal oder als Kompetenz konzipiert sein. Bei den hier vorgestellten EQ-Tests handelt es sich um Kompetenzen, die wiederum aus Teilkompetenzen bestehen (siehe Abschnitt "Die acht Kompetenzen ...". Der Grund: Persönlichkeitsmerkmale sind nur sehr selten oder gar nicht veränderbar. Dagegen sind Kompetenzen (lösungsorientiertes Verhalten) einfacher veränderbar und erlernbar.

Bedeutung der Emotionalen Intelligenz in der Praxis

Auf die Bedeutung und die Notwendigkeit einer validen Diagnose der Stärken und Schwächen der emotionalen Fähigkeiten wurde bereits hingewiesen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Ein Test der Emotionalen Intelligenz muss auf die Unternehmenskultur in Deutschland angepasst und auf Validität überprüft werden. Eine einfache Übernahme von Konzepten aus dem angloamerikanischen Raum kann irreführend sein. 

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Ergebnisse einer Befragung von einigen Hundert Fach- und Führungskräften in Deutschland, wo sie die größten Herausforderungen und Ziele beim Umgang mit Emotionen sehen. Andere Ergebnisse würde man bei einer Befragung von Personen im rein akademischen oder klinischen Bereich bekommen. 

Mit anderen Worten: Ein Test der Emotionalen Intelligenz muss sowohl auf die Kultur als auch auf die Zielgruppe abgestimmt sein. In unserem Konzept geht es um die Emotionale Intelligenz in Unternehmen bei Fach- und Führungskräften (Test 2). Der erste Test behandelt den Spezialfall der Anwendung der emotionalen Intelligenz auf den Umgang mit emotionalen Belastungen gesunder Menschen (also nicht im psychotherapeutischen Bereich). 

Emotionale Intelligenz verbessert Stimmung und Leistung

Abbildung 1: Emotionale Intelligenz in der Praxis: Gestalter und nicht "Opfer" der Gefühle sein

Emotionale Intelligenz sowie beruflicher und privater Erfolg

Emotionale Intelligenz hat nach zahlreichen empirischen Studien einen größeren Einfluss auf den beruflichen und privaten Erfolg als die meisten anderen Kompetenzen. Das bestätigt auch unsere Befragung von 13.302 Fach- und Führungskräften (siehe Seite Umsetzungskompetenz).

Emotionen haben einen entscheidenden Einfluss auf das Arbeitsklima und somit die Leistung in einem Unternehmen, einer Abteilung oder einem Team. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob die Zusammenarbeit einerseits von Emotionen wie Zuversicht, Entschlossenheit, Teamgeist und Begeisterung oder andererseits von Gefühlen der Feindseligkeit, Aggression, Gleichgültigkeit oder Frustration geprägt ist. Daher können positive Emotionen die Arbeitsproduktivität um ein Vielfaches steigern (siehe Abbildung 1: Gefühle pro-aktiv gestalten).

Gefühle haben einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Lebensfreude (Zufriedenheit). Positive Gefühle wie zum Beispiel Begeisterung, Stolz, Teamgeist oder Faszination gehören zu den mächtigsten menschlichen Energiequellen und führen zu Spitzenleistungen. Negative Gefühle wie zum Beispiel Frustration, Angst, Neid oder Wut bewirken langfristig das Gegenteil und münden in Verzweiflung und Depression

Die Kernfrage lautet: Wie kann man negative Gefühle wirksam überwinden und positive Gefühle stärken. Genau diese Fähigkeit ist Kern der Emotionalen Intelligenz. Beispiel: Es gibt rund 40 in der Praxis erprobte Methoden zur Verbesserung der Stimmung; welche davon praktizieren Sie?

Emotionale Intelligenz im Management

Die Emotionale Intelligenz ist besonders wichtig für Führungskräfte, weil sie durch ihre Vorbildfunktion einen entscheidenden Einfluss auf die Gefühle und somit das Arbeitsklima und die Leistung ihrer Mitarbeiter haben. Ohne seine Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, Kollegen oder Vorgesetzte zu verstehen, ist es äußerst schwierig, die eigenen Vorstellungen und Ideen in der Praxis durchzusetzen. Praktische Tipps für Führungskräfte befinden sich an Ende dieser Seite.

Zwei Anwendungsmöglichkeiten der emotionalen Intelligenz 

(1): Bei der ersten Anwendung der Emotionalen Intelligenz geht es um die effiziente Bewältigung von Stress, der in den meisten Fällen durch emotional belastende Situationen verursacht wird. Zur Bewältigung gibt es mehr oder weniger wirksame Methoden und Gewohnheiten (vergleichbar mit einer stumpfen oder scharfen Säge). Welche dieser Methoden bevorzugen Sie? Welche sind wirklich die hilfreichsten?

(2) Die zweite Anwendungsmöglichkeit ist die Nutzung der Emotionalen Intelligenz als Quelle für Tatkraft und Energie. Mit dem EQ-Test erstellen Sie ein Stärken-Schwächen-Profil ihrer emotionalen Kompetenzen. Es handelt sich um acht Fähigkeiten, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt sind. Jede Situation erfordert andere emotionale Kompetenzen; deswegen ist es wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen, die mit diesem neuen EQ-Test „gemessen“ werden. Das ist die Grundlage für eine Verbesserung der Emotionalen Intelligenz: Emotionale Belastungen meistern, Arbeits- und Lebensfreude steigern.

Hier geht es direkt zu den beiden Tests

 Test 1: Bewältigen Sie emotionale Belastunghen mit den wirksamsten Methoden (im Vergleich zu Anderen)?

 Test 2: Ihr Stärken-Schwächen-Profil der acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz

Kurzbeschreibung der Emotionalen Intelligenz-Tests

Bessere Leistungen durch "positive Energie"

Ob Hochleistungssportler, herausragende Unternehmer und Manager - alle Menschen, die langfristig besondere Leistungen vollbringen und keine psychischen Probleme bekommen wollen, brauchen positive Energie; nur so können sie ihre Fähigkeiten und Talente kreativ umsetzen. Anstrengungen und Stress sind für diese Menschen etwas Positives; sie sind mit Begeisterung bei der Sache und erholen sich sehr schnell, wenn es mal übermäßig anstrengend war.  

Frust abbauen

Positiver Stress macht Meschen stolz auf ihre Leistungen und vermittelt Erfolgserlebnisse. Dies wiederum stärkt das Selbstvertrauen und fördert den Wunsch nach neuen HerausforderungenVon dieser positiven Energie geht während des Tages viel verloren. Beispiele für derartige "Energieverbraucher" sind zwischenmenschliche Spannungen und Konflikte, Zeit- und Leistungsdruck, Unzufriedenheit mit der Aufgabe oder dem Umfeld, Mangel an Wertschätzung und Anerkennung trotz guter Leistungen usw. 

Derartige emotionalen Belastungen und Frustrationen können bis zur Erschöpfung oder Depression führen. Es kommt also darauf an, diese Energie zehrenden Belastungen möglichst schnell und effektiv zu überwinden. Gleichzeitig ist es notwendig, alle Möglichkeiten wahrzunehmen, die neue Energie liefern. Viele Tipps dazu finden Sie auf der Seite
> Energie tanken: Wie Sie neue Kräfte im Alltag mobilisieren
Zunächst betrachten wir die Möglichkeiten der Überwindung emotionaler Belastungen genauer (mit validiertem Test). 

Emotionale Belastungen überwinden

Es kommt also darauf an, die emotionalen Belastungen wirksam zu überwinden. Einige Methoden sind hilfreich und andere verstärken eher den Stress. Dieser Test zeigt, zu welchen Methoden Sie neigen. Menschen, die wenig unter Stress leiden, haben die grundsätzliche Einstellung, dass alle Probleme lösbar sind, weil zur Problemlösung eine der wenigen unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung steht, nämlich die menschliche Kreativität.

Auch eine (quantitative) Arbeitsüberlastung, über die viele Manager klagen, ist ein lösbares Problem (Selbstorganisation, Prioritätensetzung, Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, Verzettelung etc.). Weitere Informationen dazu liefert sie Seite Umsetzungskompetenzen.

Die nachfolgende Grafik zeigt das Beispiel einer Person, die dazu neigt, weniger hilfreiche Methoden zur Überwindung emotionaler Belastungen anzuwenden. Leider hat sie gleichzeitig eine niedrige Umsetzungskompetenz, was die Überwindung der emotionalen Krise erheblich erschwert.

Emotionale Intelligenz: Belastungen überwinden

Abbildung 2: Emotionle Intelligenz: Methoden zur Überwindung emotionaler Belastungen (Stress)

Emotionen steuern (beeinflussen)

Der Kern der Emotionalen Intelligenz ist die Fähigkeit, negative Emotionen abzuschwächen und positive Gefühle gezielt zu verstärken. In praktisch jeder Situation werden bei uns „automatisch“ bestimmte Gefühle zu dem ausgelöst, was wir sehen, hören, denken und tun. Das liegt daran, dass alle unsere Sinnes-wahrnehmungen durch das Gefühlszentrum in unserem Gehirn als positiv (z. B. Lust) oder negativ (z. B. Angst) bewertet werden. Positive Gefühle „erzeugen“, und negative Gefühle „verbrauchen“ Energie. Als menschliche Wesen können wir - im Gegensatz zur Tierwelt - diese Bewertung steuern. Bei manchen Menschen klappt das sehr gut, bei anderen weniger.

Subjektive Wahrnehmung von Bedrohungen

Es ist also eine Fähigkeit, die man Emotionale Intelligenz nennt. Die Steuerung erfolgt über unsere subjektive Interpretation der Situation. Wenn wir keine Bedrohung wahrnehmen, empfinden wir keine Furcht, gleichgültig wie groß oder klein die reale Gefahr auch sein mag. Wenn wir zum Beispiel unsere Leistungsfähigkeit und unsere Kreativität als besonders erfolgreich bewerten, fühlen wir uns freudig, erregt und zuversichtlich.

Ängste überwinden

Dagegen werden wir Ängste, Unsicherheiten und Zweifel empfinden, wenn wir unsere Fähigkeiten als unzureichend oder unterlegen wahrnehmen (Minderwertigkeitsgefühle). Häufig handelt es sich um negative Wahrnehmungsgewohnheiten, die die Wirklichkeit in einer Weise verzerren, dass viele Menschen glauben, sie könnten ein Problem nicht lösen, obwohl sie es - objektiv gesehen – erfolgreich bewältigen könnten. Entscheidend für unser Wohlbefinden sind also nicht die äußeren Umstände, sondern unsere subjektive Bewertung der Situation und unserer Fähigkeiten.

Emotionale Fähigkeiten: Stärken und Schwächen

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob sich jemand gleichgültig, frustriert, verärgert und minderwertig fühlt oder ob er mit Tatendrang, Kreativität, Teamgeist und Freude seine Aufgaben bewältigt. Die Verantwortung der Führungskraft für die Energie und Leistungsfähigkeit seines Teams lässt sich kaum leugnen. Jeder Mensch hat ein individuelles Stärken-Schwächen-Profil bei den acht emotionalen Kompetenzen. Nur wenn man diese Stärken und Schwächen kennt, kann man ein Gefühl von Tatkraft und Energie aufbauen.

Acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz

  1. Eigene Emotionen zutreffend erkennen (Beispiel: Ist das ein Schuldgefühl, eine Kränkung, oder ein Minderwertigkeitsgefühl, was ich gerade empfinde?)
  2. Emotionen bei Anderen zutreffend erkennen (Was geht in ihnen vor?)
  3. Ursachen für eigene Emotionen verstehen (Warum empfinde ich in dieser Situation Angst")
  4. Ursachen für fremde Emotionen verstehen (Worurch wurde seine Wut ausgelöst?)
  5. Folgen der eigenen Emotionen antizipieren (Wie werde ich wahrscheinlich reagieren?)
  6. Folgen der Emotionen bei Anderen antizipieren (Wie werden Andere reagieren?)
  7. Eigene Gefühle steuern (beeinflussen, zum Beispiel sich selbst beruhigen)
  8. Fremde Gefühle steuern (beeinflussen, zum Beispiel Frust abbauen)

Tipps (nicht nur) für Führungskräfte

Modellierung positiver Verhaltensweisen

Eine häufige Ursache für negative Gefühle sind sachliche Probleme und Konflikte, die dem Betroffenen „unlösbar“ erscheinen und ihn in einer negativen Spirale gefangen halten. Grübeln, Selbstvorwürfe, Versagensängste, Anschuldigungen und Übertreibungen sind häufige, aber wenig hilfreiche „Strategien“. Emotionale Intelligenz erfordert in diesem Falle,

Vorbild zu sein durch eine positive, lösungsorientierte Grundeinstellung zu emotional belastenden Situationen. Praktizieren Sie die konstruktiven und vermeiden Sie die hinderlichen Strategien wie sie in den Ergebnissen des ersten EQ-Tests beschrieben sind.

Akzeptanz von Negativität

Manager sollten einen Mitarbeiter nicht abblocken oder ignorieren, wenn er vieles kritisiert, „schlechtredet“, „herumnörgelt“, Gleichgültigkeit oder Frustration äußert. Das sind häufig nur Symptome für ein tiefer liegendes emotionales Problem. Viele Mitarbeiter reagieren sehr empfindlich, wenn sie sich mit ihren (subjektiven) Emotionen nicht ernst genommen fühlen, auch wenn es sich aus objektiver Sicht um Kleinigkeiten handelt.

Daher sollte man versuchen, besser zu verstehen, was der Mitarbeiter wirklich empfindet. Die dazu notwendige Empathie setzt ein aufrichtiges Interesse an anderen Menschen voraus (siehe das Kapitel über Empathie und den Empathie-Test).

Suche nach Positivem

Zur Emotionalen Intelligenz gehört auch die Fähigkeit, die negativen Dinge so zu sehen, wie sie sind, zumal man sie ohnehin nicht ändern kann. Es ist nicht einfach, aber sehr hilfreich, in negativen Gefühlen die positive Botschaft zu finden. Beispielsweise signalisiert Angst, dass etwas auf uns zukommt, auf das wir besser vorbereitet sein sollten.

Beim Gefühl der Frustration „glaubt“ unser Gehirn, dass wir bessere Ergebnisse erzielen könnten als das, was wir derzeit vorweisen können. Wut kann bedeuten, dass andere Personen oder die Umstände uns daran hindern, das zu tun, was wir wollen. Es gibt viele (kreative) Möglichkeiten, Wut erzeugende Blockaden aus dem Weg zu schaffen.

Oft sind es gerade die Krisen, die zu einem erfolgreichen Neuanfang führen. Fokussieren Sie also Ihre Aufmerksamkeit darauf, was man aus den negativen Ereignissen für die Zukunft lernen kann, und handeln Sie.

Nichtbeteiligung bei der Erzeugung von Negativität

Sich in Gespräche darüber zu verwickeln, „wie schlecht und furchtbar alles ist“, ist einfach. Wenn der Manager mit Unterhaltungen dieser Art konfrontiert ist, muss er sich hüten mitzumachen. Auch Gegenargumente sind meist wenig hilfreich. Er sollte bei negativen Unterhaltungen zwar zuhören, die Vorfälle aber möglichst nicht kommentieren und zu einem positiven Thema wechseln.

Langfristig sollte er aber Maßnahmen einleiten, die die Situation verändern und keinen Anlass für Negativität geben. Viele Menschen neigen dazu, sich mit negativen Dingen zu beschäftigen, wenn sie keine Herausforderungen oder keine sinnvollen und klaren Ziele haben.

Geben Sie Ihren Mitarbeitern aufrichtiges Feedback zu ihren bisherigen Leistungen und ihrem Verhalten und entwickeln Sie mit ihnen klare Perspektiven. Einige Tipps dazu enthält die Datei Berufliche Perspektiven.

Positive Verstärkung

Menschen brauchen Lob, Anerkennung und Wertschätzung! Dies ist wahrscheinlich die wirksamste Methode, um positive Energie zu erzeugen. Emotionale Intelligenz hilft zu verstehen, was ein Mitarbeiter als Wertschätzung empfindet und wie man Lob und Anerkennung in verschiedenen Situationen „dosieren“ muss, damit sie sich nicht „abnutzen“. Lob und Anerkennung müssen ehrlich und echt sein. 

Das setzt voraus, dass die Führungskraft ihre Mitarbeiter individuell inspiriert oder herausgefordert hat. Noch wirksamer ist es, wenn Mitarbeiter (zum Beispiel durch die Vorbildfunktion ihrer Vorgesetzten) lernen, sich Lob und Anerkennung selbst zu erarbeiten. Siehe dazu die kritischen Anmerkungen zum Thema Lob und Anerkennung.

Zur Inspiration von Mitarbeitern empfehlen wir die Tipps zur Transformationalen Führung.

Beenden negativer „Spiele“ und "Gerüchteküche"

Eines der größten Energie zehrenden Probleme ist eine fehlende Konflikt- oder Streitkultur. Häufig lösen einfache sachliche Konflikte zugleich starke negative Emotionen wie zum Beispiel Angst, Neid, Wut oder Hass aus. Derartige Gefühle stehen oft am Ende einer Eskalationsspirale, die mit scheinbar belanglosen Bemerkungen beginnt und mit zerstörerischen Kämpfen in einer vergifteten Atmosphäre endet.

In solchen Unternehmen oder Abteilungen ist die Kommunikation doppelzüngig, man redet nicht mit- sondern nur übereinander, die Gerüchteküche ist am brodeln und Intrigen durchziehen die gesamte Unternehmenskultur.

Konfliktmanagement

Der wichtigste Erfolgsfaktor des Konfliktmanagements ist daher die frühzeitige Erkennung von Konfliktsymptomen und die Anwendung konstruktiver Lösungsstrategien. Dadurch verlieren Konflikte ihre bedrohliche Wirkung und vermindern die „Angst“ vor Konflikten und ihrer Eskalation.

Ein vergiftetes Klima ist direkt geschäftsschädigend, weil die Mitarbeiter praktisch keine Zeit haben, sich um ihre Aufgaben und die Kunden zu kümmern. Emotionale Intelligenz hat folglich einen direkten Einfluss auf die Produktivität.

Gütekriterien Test der Emotionalen Intelligenz

Eine verständliche Erklärung der Gütekriterien und ihrer Bedeutung für die Praxis finden sie auf der Seite: "Gütekriterien von Fragebögen". 

EQ-Test 2: Die acht Kompetenzen der Emotionalen Intelligenz

Reliabilität (Zuverlässigkeit) 

Der Stichprobenumfang beträgt n = 1.130. Die acht Dimensionen des EQ-2-Tests variieren bezüglich ihrer internen Konsistenz zwischen α = .74 (Folgen eigener Emotionen antizipieren) und α = .87 (Fremde Gefühle steuern (beeinflussen)). Die insgesamt 48 Items weisen einen sehr hohen Wert für Cronbachs α von .96 auf. Die Trennschärfenanalyse zeigte auf, dass 40 Items einen Wert von über .5, bezogen auf die jeweilige Sub-Skala, erreichten. Die restlichen acht Items erreichten akzeptable Werte.

Validität (Testgültigkeit) 

Als Kriteriumsvalidität wurde die Korrelation mit den wichtigsten Items des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenz herangezogen. Die Werte liegen zwischen .349 (Fremde Emotionen sicher erkennen) und .596 (Eigene Gefühle steuern (beeinflussen)). Es scheint also einen starken Zusammenhang zwischen der Willenskraft und der Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu steuern zu geben.

Mit dem vorhandenen Datensatz durchgeführte konfirmatorische und explorative Faktoranalysen bestätigten einen guten Fit des Modells mit Items (Konstruktvalidität). Nahezu alle Items laden auf einen einzelnen Faktor besonders hoch. Dies bestätigt den Ansatz mit acht Dimensionen (emotionalen Kompetenzen).

EQ-Test 1: Stress durch emotionale Belastungen schneller und besser überwinden

Reliabilität (Zuverlässigkeit) 

Der Stichprobenumfang beträgt n = 448). Die acht einzelnen Subskalen (Selbst-Vorwürfe, Grübeln, Übertreibungen, Andere anschuldigen, Akzeptanz, Auf das Positive Fokussieren, Planung und Problemlösung und Positive Neubewertung) variieren bezüglich ihrer internen Konsistenz zwischen α = .60 (Akzeptanz) und α = .89 (Selbstvorwürfe). Die insgesamt 32 Items weisen einen guten Wert für Cronbachs α von .801 auf. Die Trennschärfenanalyse zeigte auf, dass 18 Items einen Wert von über .5, bezogen auf die jeweilige Sub-Skala, erreichten. Elf Items erreichten noch akzeptable Werte. Drei weitere werden in späteren Versionen des Tests überarbeitet.  

Validität (Testgültigkeit) 

Als Kriteriumsvalidität wurde die Korrelation mit den wichtigsten Items des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenz herangezogen. Die Werte liegen zwischen -0.548 (Übertreibungen) und .443 (Positive Neubewertung). Die großen Unterschiede in den Werten erklären sich dadurch, dass beispielsweise ein Hang zu Übertreibungen negativ, eine stetige Neubewertung positiv mit der Volition (Willenskraft) korrelieren.

Zusätzlich durchgeführte konfirmatorische und explorative Faktoranalysen bestätigten einen guten Fit der Theorie mit den Items und Dimensionen (Konstruktvalidität). Items und Sub-Skalen wiesen mindestens eine durchschnittliche Faktorladung von 0.62 auf.

Autor: Prof. Dr. Waldemar Pelz

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