Resilienz stärken: Stress-Ursachen erkennen und innere Stärke zurückgewinnen
Resilienz schützt vor Stress, Überforderung und depressiven Stimmungen – und hilft zugleich, Energie, Tatkraft und Lebensfreude zurückzugewinnen. Unser Forschungsprojekt mit rund 4.000 Fach- und Führungskräften zeigt: Resilienz entsteht aus einem stabilen Persönlichkeitskern und erlernbaren Kompetenzen, die man gezielt trainieren kann.

Bevor Sie weiterlesen: Kennen Sie Ihre Stress-Ursachen und Resilienzfaktoren?
→ Stress-Test starten: Welche Stress-Ursachen belasten Sie wirklich?
→ Resilienztest durchführen: Wie resilient sind Sie – und warum?
Nur wenn Sie Ihre Stress-Ursachen und Ihre Resilienzfaktoren kennen, kann ein Training oder Coaching wirksam sein.
Inhaltsverzeichnis
- Was Resilienz wirklich bedeutet (wissenschaftlich und alltäglich)
- Die häufigsten Ursachen von Stress – und warum man sie kennen muss
- Der Stress-Test: Welche Faktoren belasten SIE persönlich?
- Der Resilienz-Test: Die acht Faktoren der psychischen Widerstandskraft
- Was ein wirksames Resilienztraining leisten muss
- FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten
- Was Sie jetzt konkret tun können
- Literaturverzeichnis
Was Resilienz wirklich bedeutet
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, emotionale Belastungen zu bewältigen und nach schwierigen Situationen wieder innere Stabilität, Energie und Lebensfreude zu gewinnen. Auch resiliente Menschen erleben Stress – der Unterschied liegt darin, wie schnell und wie gut sie wieder ins Gleichgewicht zurückfinden.
Die neuere Forschung und unsere empirische Studie mit rund 4.000 Fach- und Führungskräften zeigen eindeutig:
Es gibt zwei Gruppen von Resilienzfaktoren, die die Widerstandskraft bestimmen:
- Relativ stabile Persönlichkeitsmerkmale (Charaktereigenschaften) – z. B. Grundvertrauen, Optimismus, innere Stärke
- Trainierbare Kompetenzen, die man durch Übung und Erfahrung gezielt entwickeln kann – z. B. Zielorientierung, Stimmungsmanagement
In der Literatur existieren zahlreiche Resilienzfaktoren – entscheidend ist jedoch, welche davon wissenschaftlich belegt sind und tatsächlich dazu beitragen, die persönlichen Stressursachen zu verringern. Dies nennt man auch Validierung. Ein Beispiel für diesen Prozess finden Sie in unserem Merkblatt zur Validierung.
Denn Resilienz entsteht nicht durch allgemeine Tipps, sondern durch Maßnahmen, die die individuellen Belastungsquellen adressieren.
Die Voraussetzung für ein wirksames Training oder Coaching ist daher die klare Kenntnis der eigenen Stress-Ursachen. Diese werden im nächsten Abschnitt dargestellt.
Die häufigsten Ursachen von Stress – und warum man sie kennen muss
Belastender Stress entsteht selten durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch wiederkehrende Muster. Die Forschung zeigt eindeutig: Wer seine persönlichen Stress-Ursachen kennt, kann wirksam an seiner Resilienz arbeiten. Wer sie nicht kennt, riskiert Fehlentscheidungen – und viele Trainings bleiben wirkungslos.
Eine verlässliche Analyse bietet das Trierer Inventar zum chronischen Stress (TICS) von Peter Schulz, Wolff Schlotz und Peter Becker – ein wissenschaftlich validierter Test, der die wichtigsten Stressquellen systematisch erfasst.
Die wichtigsten Stress-Ursachen
Typische Stressoren im Arbeitsalltag nach TICS sind:
- Arbeitsüberlastung: Zeitdruck, hohe Komplexität, hohe Anforderungen an Fehlerfreiheit („Man darf sich keine Fehler leisten“).
- Erfolgsdruck: Anspruchsvolle Aufgaben oder Verpflichtungen, bei denen man sich bewähren muss oder unter Beobachtung steht ("Man will hohe Erwartungen erfüllen").
- Soziale Überlastung: Hohe Verantwortung und Verpflichtungen gegenüber anderen – häufig hilfsbedürftigen – Menschen.
- Unzufriedenheit mit den Aufgaben: Tätigkeiten, die den eigenen Werten widersprechen, keinen Sinn haben oder dauerhaft keine Freude bereiten.
- Offene oder unterschwellige Konflikte: Streitigkeiten oder Spannungen mit Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern oder Institutionen.
- Mangel an vertrauensvollen sozialen Kontakten: Zu viele oberflächliche Interaktionen (z. B. in sozialen Netzwerken) und zu wenige reale Beziehungen mit Respekt, Aufrichtigkeit und Wertschätzung.
- Soziale Isolation, Ablehnung, Missachtung: Besonders belastend, wenn Wertschätzung und Zugehörigkeit fehlen durch mangelnden Beitrag.
- Sorgen und Ängste: Zukunftsunsicherheit, berufliche und private Perspektivlosigkeit, finanzielle oder existenzielle Ängste.
Diese Stressoren wirken bei jedem Menschen unterschiedlich. Was der eine als kaum belastend empfindet, kann für andere zu erheblichem inneren Druck führen. Hier kann man von Freunden, Bekannten und Kollegen sehr viel lernen - man muss es nur tun.
Warum man die Stress-Ursachen kennen muss – bevor man Resilienz stärkt
Der häufigste Irrtum besteht darin, Symptome mit Ursachen zu verwechseln.
Viele Menschen klagen z. B. über Arbeitsüberlastung – in Wirklichkeit liegt die Ursache jedoch bei: sozialer Überlastung, ungelösten Konflikten, oder Unzufriedenheit mit den Aufgaben.
Die Diagnose der Stress-Ursachen ist deshalb entscheidend für die Wirksamkeit eines Resilienztrainings:
- Sie macht sichtbar, wo der wahre Auslöser liegt.
- Sie verhindert falsche oder wirkungslose Maßnahmen.
- Sie ermöglicht ein gezielt abgestimmtes Training, das zu den individuellen Stärken und Schwächen passt.
Ein validierter Test wie das TICS liefert diese Grundlage – objektiv, zuverlässig und unabhängig von subjektiven Eindrücken. Für unsere Online-Version haben wir den TICS mit zahlreichen Expertenbefragungen und Erkenntnissen aus dem 360-Grad-Feedback, Coaching und Training auf die aktuelle Praxis angepasst. Hier nochmals der Link zum Test Ihrer Stressursachen (im Vergleich zu einigen Tausend anderen Testteilnehmern).
Der Stress-Test: Welche Faktoren belasten SIE persönlich?
Unser Stress-Test basiert auf dem Trierer Inventar zum chronischen Stress (TICS) – einem der am besten validierten Diagnostik-Instrumente zur Erfassung beruflicher und privater Stressbelastungen. Wir haben den Test in zahlreichen Trainings, Coachings und Seminaren mit unseren Partnern (siehe Referenzen) eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität und Normierung) finden Sie im Merkblatt Gütekriterien.
Die Testergebnisse zeigen Ihre persönliche Stressbelastung im Vergleich zu mehreren Tausend anderen Teilnehmenden. Das bedeutet: Sie können von einem Stressfaktor besonders betroffen sein, der für andere kaum eine Rolle spielt.
Deshalb empfehlen wir, dass auch Personen Ihres Vertrauens diesen Test durchführen. Oft lässt sich viel daraus lernen, warum andere mit den gleichen Stressoren besser zurechtkommen – und was Sie aus deren Umgang ableiten können.
Beispielsweise kann empfundene „Arbeitsüberlastung“ in Wirklichkeit aus ineffizienter Kommunikation stammen. Und „Erfolgsdruck“ ist häufig ein subjektives Gefühl, weil Erwartungen im Umfeld gar nicht geklärt wurden.
Als Ausgangspunkt dienen diese acht zentralen Stressfaktoren:
- Arbeitsüberlastung
- Erfolgsdruck
- Soziale Überlastung
- Unzufriedenheit mit den Aufgaben
- Konflikte und Spannungen
- Mangel an vertrauensvollen Kontakten
- Soziale Isolation und Ablehnung
- Sorgen und Zukunftsängste
Hinzu kommt als neunte Dimension die Umsetzungskompetenz – auch Willenskraft genannt. Sie misst die Fähigkeit, Ziele und Absichten in konkrete Resultate umzusetzen. Ist dieser Wert im Vergleich zu allen anderen Teilnehmenden besonders niedrig, sollte man genau hier beginnen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite Willenskraft.
Was der Stress-Test für Sie leistet
Der Test zeigt zuverlässig:
- welche Stress-Ursachen Sie persönlich am stärksten belasten,
- welche Stressmuster wiederkehren,
- wo ein erhöhtes Risiko für Überlastung oder depressive Verstimmungen besteht,
- und welche Bereiche zuerst gestärkt werden sollten.
Diese Diagnostik bildet die Grundlage für jede wirksame Intervention – denn: Resilienz kann nur gestärkt werden, wenn die individuellen Stress-Ursachen eindeutig erkannt sind und ausreichend Willenskraft zur Veränderung vorhanden ist.
Erst wenn klar ist, was belastet, kann entschieden werden, wie man Resilienz gezielt aufbaut – durch Kompetenztraining, Anpassungen im Arbeitsumfeld oder geeignete Unterstützungsangebote.
Wichtiger Hinweis
Die Vergleichswerte in den Testergebnissen basieren auf dem Durchschnitt aller bisherigen Teilnehmer (rund 4.000 Personen). Bitte berücksichtigen Sie bei einem Training oder Coaching, dass die Vergleichsdaten aus einer Stichprobe stammen, deren Mitglieder ein ähnliches Alter, eine vergleichbare Berufserfahrung, eine ähnliche Ausbildung und eine ähnliche Verantwortungsebene haben.
Andernfalls vergleicht man die sprichwörtlichen „Äpfel mit Birnen“.
Mit anderen Worten: Coaching und Training müssen immer auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt sein.
Fazit
- Resilienz kann nur dann wirksam gestärkt werden, wenn die tatsächlichen Stress-Ursachen bekannt sind.
- Darum steht die Diagnose am Anfang – und nicht am Ende – eines wissenschaftlich fundierten Resilienztrainings.
- Was ein Mensch als Stress empfindet, ist für andere oft kein Problem. Deshalb ist es hilfreich, die eigenen Stressreaktionen mit denen anderer zu vergleichen und daraus zu lernen.
Der Resilienztest: Die acht Faktoren der psychischen Widerstandsfähigkeit
Nach dem aktuellen Stand der Forschung konnten empirisch acht Resilienzfaktoren nachgewiesen werden - vier Persönlichkeitsmerkmale (stabil, schwer änderbar) und vier Kompetenzen (trainierbar).
Vier stabile Persönlichkeitsmerkmale – wenig veränderbar
Diese Merkmale bilden den „Grundrahmen“ der Belastbarkeit. Sie sind relativ stabil und lassen sich nur begrenzt beeinflussen (erlernen). Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie erklären, warum Menschen unterschiedlich auf Belastungen reagieren.
Die vier stabilen Faktoren, die in der Persönlichkeit (im Charakter) verankert sind:
- Optimismus: Die tiefe Überzeugung, dass die Zukunft mehr Chancen und Möglichkeiten bietet als die Vergangenheit – also eine begründete Hoffnung auf Erfolg.
- Praktische Intelligenz: Cleverness oder geistige Flexibilität. Gemeint ist das Geschick zu wissen, wie man sich in welcher Situation verhalten sollte, und wie man sich im Leben am besten zurechtfindet.
- Grundvertrauen: Das Gefühl von Respekt, Wertschätzung und Sicherheit, das aus langfristigen, verlässlichen und unterstützenden zwischenmenschlichen Beziehungen entsteht.
- Innere Stärke: Es ist ein Sicherheitsgefühl, das auf tief verwurzelten ethischen oder religiösen Werten oder Überzeugungen beruht, die einem Menschen einen sinnvollen Platz in der Gemeinschaft geben.
Ein Resilienztraining oder Coaching kann diese Faktoren kaum verändern, aber es kann helfen, passende Aufgaben, Berufe und Umfelder zu finden, die keine besonders starke persönlichkeitsbedingte Resilienz erfordern.
Vier trainierbare Kompetenzen – gezielte Entwicklung möglich
Diese Kompetenzen bestehen aus Verhaltensweisen, Denkmustern und Gewohnheiten, die relativ einfach lern- und trainierbar sind.
- Zielorientierung: Klare Ziele schützen davor, sich zu verzetteln und Energie zu verschwenden. Sie sind zugleich die Voraussetzung für Erfolgserlebnisse und geben dem Handeln eine klare Richtung.
- Stimmungsmanagement: Die Fähigkeit, sich selbst und andere in eine positive Stimmung zu versetzen – beispielsweise, indem man Teamgeist schafft oder eine konstruktive Atmosphäre fördert (siehe Praxis-Beispiel im nächsten Abschnitt).
- Selbstwirksamkeit: Die wiederholte Erfahrung, dass man sich auf die eigenen Fähigkeiten und Stärken verlassen kann. Dieser Lernprozess (mit steigendem Schwierigkeitsgrad) stärkt das Vertrauen, neue Herausforderungen bewältigen zu können.
- Selbstdisziplin: Sie entsteht nicht durch selbst auferlegten Zwang oder Druck, sondern durch das Gefühl, dass die Arbeit einen tieferen Sinn und Zweck hat – mehr als nur Geld, Status, Macht, Anerkennung oder Bequemlichkeit/Vergnügen.
Diese Kompetenzen erklären, was Menschen aktiv tun, um Stress zu bewältigen und ihre Widerstandskraft zu stärken.
Praxis-Beispiel: Wie Sie Ihre Stimmung gezielt verbessern können
Stimmungsmanagement ist einer der vier trainierbaren Resilienzfaktoren. Wer seine Stimmung aktiv beeinflussen kann, bewältigt Belastungen schneller und bleibt handlungsfähig.
In diesem White Paper finden Sie 36 erprobte Methoden, mit denen Menschen ihre Stimmung kurzfristig und nachhaltig verbessern. Probieren Sie einige davon aus – so erleben Sie unmittelbar, wie der Aufbau dieser Kompetenz funktioniert und warum sie ein zentraler Bestandteil der Resilienz ist.
White Paper: 36 Methoden zur Stimmungsverbesserung (pdf download)
Warum der Resilienztest vor dem Training entscheidend ist
Der Test zeigt:
- Wo liegen Ihre persönlichen Ressourcen?
- Welche Kompetenzen sind stark ausgeprägt?
- Welche Bereiche sind anfällig für Überlastung oder depressive Verstimmungen?
- Welcher Teil Ihrer Resilienz ist stabil – und welcher ist trainierbar?
Ohne diese Informationen wäre ein Resilienztraining zufällig und ungezielt – ähnlich wie eine medizinische Therapie ohne Diagnose.
Mit dem Test kann hingegen ein individueller Entwicklungsplan erstellt werden, der auf Ihre spezifischen Stärken und Schwächen abgestimmt ist. Wie ein solcher Plan aussehen kann, zeigt unser White Paper "Persönlicher Entwicklungsplan" (pdf download).
Empfehlung:
Beginnen Sie mit den Resilienzfaktoren, die am einfachsten umzusetzen sind. Zu diesem Zweck haben wir eine kurze Online-Version des Tests entwickelt, die fünf Faktoren misst:
- Innere Stärke
- Zielorientierung
- Stimmungsmanagement
- Selbstwirksamkeit
- Selbstdisziplin
Den Ergebnisbericht können Sie als PDF herunterladen und von einer KI interpretieren lassen.
> Hier geht es zur Online-Version des Resilienz-Tests
Fazit
Der Resilienztest ist der notwendige zweite Schritt nach der Analyse der Stress-Ursachen.
Er macht sichtbar, wie Ihre persönliche Widerstandsfähigkeit aufgebaut ist – und welche Kompetenzen gestärkt werden müssen, damit Resilienz nachhaltig wächst.
Gütekriterien des Gießener Resilienz-Tests (GRT)
Falls Sie sich für die Gütekriterien (Validität, Reliabilität und Normierung) des Gießener Resilienz-Tests interessieren, können Sie das aktuelle Merkblatt hier herunterladen:
Was ein wirksames Resilienztraining leisten muss
Ein Resilienztraining kann nur dann wirksam sein, wenn es gezielt an den trainierbaren Faktoren ansetzt und gleichzeitig den stabilen Persönlichkeitskern berücksichtigt. Pauschale Übungen oder allgemeine Empfehlungen greifen zu kurz – das zeigt unsere Forschung eindeutig.
Grundlage jedes wirksamen Trainings oder Coachings sind daher:
- Eine valide Analyse der Stress-Ursachen (z. B. mit dem modifizierten TICS)
- Die Messung der acht Resilienzfaktoren (vier stabil, vier trainierbar)
Erst diese beiden Diagnosen ermöglichen ein Resilienztraining, das individuell abgestimmt ist.
Was resilientes Verhalten ausmacht - Beispiele im Alltag
Aus unserer Studie mit rund 4.000 Fach- und Führungskräften wurden über 40 typische Verhaltensweisen resilienter Menschen identifiziert. Besonders wirksam sind u. a.:
- „Ich finde auch bei unangenehmen Aufgaben positive Aspekte.“
- „Ich erarbeite mir aktiv Wertschätzung und Anerkennung.“
- „Ich kenne die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben.“
- „Ich weiß, was ich will – und was nicht.“
- „Andere Menschen können sich auf mich verlassen.“
- „Ich engagiere mich für gemeinsame Ziele und Werte.“
- „Ich kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen.“
Diese Verhaltensweisen bilden die Grundlage eines zielgerichteten Resilienztrainings – abgestimmt auf das individuelle Testprofil.
Fazit
Ein wirksames Resilienztraining basiert nicht auf allgemeinen Tipps, sondern auf einer klaren Diagnose und der gezielten Entwicklung trainierbarer Kompetenzen. Erst diese Kombination führt zu nachhaltiger Widerstandskraft.
Ferner ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Maßnahmen, wie bereits erläutert, auf die Zielgruppe abgestimmt sind.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Resilienz, zu Tests und Training
1. Ist Resilienz angeboren oder kann man sie erlernen?
Resilienz ist teils Persönlichkeitsmerkmal, teils erlernbare Kompetenz. Relativ stabile Merkmale wie Grundvertrauen, Optimismus oder innere Stärke prägen, wie belastbar ein Mensch grundsätzlich ist. Andere Faktoren lassen sich gezielt trainieren – zum Beispiel Zielorientierung, Stimmungsmanagement, Selbstwirksamkeit und Selbstdisziplin. Deshalb ist Resilienz weder vollständig angeboren noch beliebig veränderbar.
2. Wie kann man Resilienz messen?
Resilienz lässt sich mit wissenschaftlich entwickelten Fragebögen erfassen. Der Gießener Resilienz-Test unterscheidet zwischen stabilen Persönlichkeitsmerkmalen und trainierbaren Kompetenzen. Dadurch wird sichtbar, welche Ressourcen bereits vorhanden sind, welche Belastungsrisiken bestehen und welche Fähigkeiten gezielt gestärkt werden können.
3. Warum sollte man zuerst die eigenen Stress-Ursachen kennen?
Wer seine Stress-Ursachen nicht kennt, behandelt oft nur Symptome. Viele Menschen sprechen zum Beispiel von Arbeitsüberlastung, obwohl die eigentliche Ursache in ungelösten Konflikten, sozialer Überlastung, fehlender Wertschätzung oder unklaren Erwartungen liegt. Ein Stress-Test hilft, diese Muster sichtbar zu machen. Erst danach kann ein Resilienztraining gezielt ansetzen.
4. Was ist der Unterschied zwischen Stress-Test und Resilienztest?
Der Stress-Test zeigt, welche Belastungen besonders stark wirken – zum Beispiel Arbeitsüberlastung, Erfolgsdruck, Konflikte, soziale Isolation oder Sorgen. Der Resilienztest zeigt, welche inneren Ressourcen und Kompetenzen vorhanden sind, um mit diesen Belastungen umzugehen. Zusammen ergeben beide Tests ein klareres Bild: Was belastet mich – und was hilft mir, wieder handlungsfähig zu werden?
5. Was ist der Unterschied zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und trainierbaren Kompetenzen?
Persönlichkeitsmerkmale sind relativ stabile Eigenschaften, etwa Optimismus, Grundvertrauen oder innere Stärke. Sie verändern sich meist nur langsam und sollten bei Berufswahl, Aufgabenprofil und Arbeitsumfeld berücksichtigt werden. Trainierbare Kompetenzen sind konkrete Denk- und Verhaltensweisen, etwa klare Zielsetzung, Stimmungsmanagement, Selbstwirksamkeit und Selbstdisziplin. Sie können durch Übung, Feedback und Erfahrung systematisch gestärkt werden.
6. Für wen eignen sich Stress-Test und Resilienztest?
Die Tests eignen sich für Fach- und Führungskräfte, Selbstständige, Studierende und alle Personen, die ihre Belastbarkeit besser verstehen möchten. Besonders hilfreich sind sie, wenn Menschen sich dauerhaft gestresst, erschöpft oder innerlich unter Druck fühlen und herausfinden wollen, welche Ursachen dahinterstehen und welche Resilienzfaktoren sie gezielt entwickeln können.
7. Wie zuverlässig sind die Ergebnisse der Tests?
Die Testverfahren wurden auf Grundlage wissenschaftlicher Gütekriterien entwickelt und mit empirischen Daten aus rund 4.000 Fach- und Führungskräften überprüft. Sie liefern keine medizinische Diagnose, aber eine fundierte Orientierung für Coaching, Training und persönliche Entwicklungspläne. Besonders nützlich sind die Ergebnisse, wenn sie mit konkreten Alltagssituationen, Feedback und praktischen Entwicklungsmaßnahmen verbunden werden.
8. Was bringt ein Resilienztraining wirklich?
Ein Resilienztraining ist dann wirksam, wenn es nicht aus allgemeinen Tipps besteht, sondern an den persönlichen Stress-Ursachen und den trainierbaren Resilienzfaktoren ansetzt. Dazu gehören zum Beispiel klare Ziele, besseres Stimmungsmanagement, der Aufbau von Selbstwirksamkeit und mehr Selbstdisziplin. Je genauer die Ausgangslage bekannt ist, desto gezielter kann die persönliche Widerstandskraft gestärkt werden.
Was Sie jetzt konkret tun können
Wenn Sie Ihre persönliche Resilienz stärken möchten, beginnen Sie mit einer fundierten Diagnose. Erst wenn klar ist, welche Stress-Ursachen bei Ihnen wirken und welche Resilienzfaktoren stark oder weniger ausgeprägt sind, kann ein wirksamer Entwicklungsplan erstellt werden.
1. Stress-Test: Welche Faktoren belasten Sie wirklich?
Der Test basiert auf dem wissenschaftlich validierten Trierer Inventar zum chronischen Stress (TICS), wurde überarbeitet und zeigt zuverlässig, wo Ihre persönlichen Stress-Ursachen liegen.
Stress-Test starten2. Resilienztest: Wie resilient sind Sie – und warum?
Der Test misst acht zentrale Resilienzfaktoren (vier stabile Persönlichkeitsmerkmale und vier trainierbare Kompetenzen). Sie erhalten einen individuellen Bericht mit allen Stärken und Entwicklungsfeldern.
Resilienztest durchführen3. Führungskräfte-Coaching: Persönliche Resilienz wirksam stärken
Wenn Sie Ihre Resilienz im beruflichen Kontext stärken möchten, empfehlen wir ein individuelles Führungskräfte-Coaching. Auf Basis der Testergebnisse entwickeln wir konkrete Maßnahmen, die zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Belastungssituation passen.
Mehr über Führungskräfte-CoachingAutor und wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Waldemar Pelz ist Professor für Internationales Management und Gründer des Instituts für Management-Innovation. Seine Arbeitsschwerpunkte sind evidenzbasierte Diagnostik, Führungskompetenz, Persönlichkeit, Umsetzungskompetenz, Empathie und Resilienz.
Das auf dieser Seite dargestellte Resilienz-Konzept entstand aus einem Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Testverfahren wurden anschließend in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Führungskräften aus der Praxis eingesetzt, kontinuierlich verbessert und validiert.
Prof. Dr. Pelz verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischer Erfahrung aus Führungskräfteentwicklung, Coaching und Managementdiagnostik. Seine Verfahren werden genutzt, um Stress-Ursachen, Resilienzfaktoren und persönliche Entwicklungsfelder differenziert zu erfassen.
Aktuelle Publikationen von Prof. Dr. Pelz behandeln unter anderem Persönlichkeit, Führungstalente, Empathie, Umsetzungskompetenz und evidenzbasierte Personaldiagnostik.
Literaturverzeichnis
Ausgewählte wissenschaftliche Schlüsselquellen
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- Connor, K. M., & Davidson, J. R. T. (2003). Development of a new resilience scale: The Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC). Depression and Anxiety, 18(2), 76–82. https://doi.org/10.1002/da.10113
- Liu, J. J. W., Reed, M., & Girard, T. A. (2020). Advancing resilience: An integrative, multi-systemic model of resilience. Clinical Psychology Review, 82, Article 101919. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2020.101919
- Ozmat, E. E., Gentile, A. M., Ladouceur, G. M., Monley, C. M., Ofodile, C. M., Ray, M. L., ... & Cimini, M. D. (2025). Psychometric evaluation of the Brief Resilience Scale among emerging adults of color. Translational Issues in Psychological Science. Advance online publication.
- Pelz, W. (2023). Persönlichkeit gewinnt: Fokussiertes Recruiting mit dem berufsbezogenen Persönlichkeitstest. Schäffer-Poeschel.
- Pelz, W. (2024). Führungstalente objektiv beurteilen: Handbuch der evidenzbasierten Personaldiagnostik. Springer Gabler.
- Pelz, W. (2026). Empathie in der Führung: Die wissenschaftliche Fundierung eines kritischen Erfolgsfaktors. Springer Gabler.
- Schulz, P., Schlotz, W., & Becker, P. (2004). Trierer Inventar zum chronischen Stress (TICS). Hogrefe.
- Wessa, M. (2025). Resilienz. In Forum (S. 1–5). Springer Medizin.
Vollständige Literaturliste als PDF
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