Kernkompetenzen von Führungskräften: Stärken, Schwächen & Test

Kernkompetenzen: Das Handwerk des Managements beherrschen!

Auf dieser Seite geht es um die „Messung" (objektive und faire Beurteilung) der grundlegenden Kompetenzen (Kernkompetenzen) von Fach- und Führungskräften mithilfe eines validierten (wissenschaftlich fundierten) Testverfahrens.

Workshop zur Führungskräfteentwicklung, in dem Teilnehmer Problemlösung und Managementkompetenzen trainieren.

Dabei können Sie Ihr Stärken-Schwächen-Profil erstellen im Vergleich zu rund 7.000  Teilnehmern, die diesen Test bereits absolviert haben. Der direkte Link lautet: >> Kernkompetenzen des Managements.

Definitionen: Kompetenz und Kernkompetenz

Eine Kompetenz ist eine Fähigkeit, die notwendig ist, eine bestimmte Aufgabe effizient („doing things right“) und effektiv („doing right things“) zu bewältigen oder eine Herausforderung zu meistern. Wie gut eine Fach- oder Führungskraft eine Kompetenz beherrscht, erkennt man am Ergebnis (im Verhältnis zum Aufwand).

In der Technik bezeichnet man dieses Verhältnis als Wirkungsgrad und im Management als Produktivität, zu deren Messung es zahlreiche Kennzahlen gibt.

Eine Kernkompetenz misst die Fähigkeit, grundlegende Managementaufgaben bewältigen. „Grundlegend“ bezeichnet zum einen den Schwierigkeitsgrad und zum anderen die Verantwortungsebene (Hierarchie). Beispielsweise müssen sowohl ein Teamleiter als auch ein Geschäftsführer effizient kommunizieren oder delegieren können - nur unterscheiden sich die Anforderungen. Folglich muss man die Kompetenzen an diese Anforderungen anpassen (siehe Abbildung 4 zum Prinzip Passung auf der Seite 360-Grad-Feedback) . 

Kernaufgabe in Recruiting: Die am besten passenden Kandidaten finden

Sowohl für Führungskräfte als auch für Unternehmen kann es sehr problematisch (finanziell = kostspielig) und menschlich = frustrierend) sein, wenn Führungskräfte in hohe Verantwortungsebenen aufsteigen, aber die grundlegenden Managementkompetenzen (die Kernkompetenzen) nicht sicher beherrschen. Darauf aufbauend sollte man über weitere (zur Aufgabe passende) Kompetenzen nachdenken. 

Es ist Aufgabe der Führungskräfteentwicklung den Prozess der Entwicklung von Kompetenzen systematisch zu organisieren. Siehe dazu die Präsentation „Effektive Führungskräfteentwicklung."

Die folgenden 10 Managementkompetenzen wurden nach zwei Kriterien ausgewählt. Das eine Kriterium ist die Häufigkeit, mit der diese Fähigkeiten bei der Einstellung, Auswahl und Entwicklung von Potenzialträgern (zum Beispiel in Assessment Centern, Management Audits oder Einstellungsinterviews) verwendet werden. Zu den untersuchten Unternehmen in unserer empirischen Studie gehörten „Most Admired Companies“ aus Fortune 500 und mittelständische Weltmarktführer aus Deutschland (Hidden Champions). Das zweite Kriterium ist die Frage, wie gut sie die zukünftige Leistung der Kandidaten vorhersagen können (Fachbegriff Prädiktive Validität). 

Die zehn in der Praxis am häufigsten erwarteten Kernkompetenzen

Diese zehn Managementkompetenzen zählen zu den fundamentalen Werkzeugen (Kernkompetenzen) erfolgreicher Führungskräfte und Potenzialträger. Die nachfolgende Grafik zeigt einen Überblick. Darauf folgen die Definitionen. 

Infografik zu den Top Ten der Managementkompetenzen mit zehn Kernkompetenzen erfolgreicher Führungskräfte.
Top Ten der Managementkompetenzen: Die zehn am häufigsten erwarteten Kernkompetenzen erfolgreicher Führungskräfte und Potenzialträger.

Abbildung: Top Ten der Managementkompetenzen: Die zehn am häufigsten erwarteten Kernkompetenzen erfolgreicher Führungskräfte und Potenzialträger.

  • Persönliches Auftreten: Tritt souverän und professionell auf, drückt sich klar und eindeutig aus und identifiziert sich mit den Zielen und Werten des Unternehmens.
  • Analytisches Denkvermögen: Analysiert auch komplexe Probleme und Aufgaben systematisch, erkennt Zusammenhänge und berücksichtigt bei Entscheidungen verschiedene Blickwinkel und Interessen.
  • Eigeninitiative: Erkennt frühzeitig Chancen und Risiken, übernimmt Verantwortung und zeigt eine konstruktive, lösungsorientierte Haltung gegenüber Herausforderungen.
  • Ziel- und Ergebnisorientierung: Setzt anspruchsvolle und realistische Ziele, überprüft Fortschritte und Ergebnisse und entwickelt klare Vorstellungen für den eigenen Verantwortungsbereich.
  • Kommunikation: Präsentiert klar, überzeugend und zielorientiert, vermittelt auch komplexe Sachverhalte verständlich und sorgt für effiziente Besprechungen mit klaren Ergebnissen.
  • Teamverhalten: Fördert den Teamgeist, löst Spannungen konstruktiv, unterbindet abschweifendes oder nicht zielführendes Verhalten und sorgt für termingerechte Umsetzung.
  •  Problemlösung und Entscheidung: Trifft klare Entscheidungen, nutzt geeignete Methoden und Informationsquellen, übernimmt Verantwortung für Fehlentscheidungen und korrigiert sie zügig.
  • Konfliktmanagement: Erkennt Konfliktsymptome wie Sturheit, Desinteresse oder Zynismus frühzeitig, spricht sie offen an und erarbeitet Lösungen zum beiderseitigen Vorteil.
  • Schaffung von Vertrauen: Zeigt aufrichtiges Interesse an anderen Menschen, handelt glaubwürdig und verlässlich und sorgt dafür, dass Reden und Handeln übereinstimmen.
  • Emotionale Intelligenz: Zeigt Empathie gegenüber Kunden, Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten, bewältigt emotional belastende Situationen und schafft tragfähige, vertrauensvolle Beziehungen.

Anmerkung: Für die Validierung wurde jede dieser 10 Kernkompetenzen durch acht Verhaltensbeschreibungen (Items) operationalisiert, also messbar gemacht.

Diese 10 Kernkompetenzen sind für viele Führungs- und Managementaufgaben wichtig – vom General Management über die Selbstständigkeit bis hin zur unternehmerischen Verantwortung. Viele davon spielen auch in der sogenannten Experten-Karriere eine wichtige Rolle.

Die Bedeutung dieser Kompetenzen wird durch unsere empirische Studie zu berufsbezogenen Persönlichkeitsmerkmalen gestützt. Grundlage sind die Online-Daten von rund 30.000 Teilnehmern. Die Studie zeigt: Persönlichkeit ist für Karriere und Führung besonders wichtig, weil sie im Gegensatz zu Kompetenzen nur schwer erlernbar oder veränderbar ist.

Deshalb sollten bei Karriereentscheidungen, Potenzialanalysen und Führungskräfteentwicklung immer beide Ebenen berücksichtigt werden: Kompetenzen, die gezielt entwickelt werden können, und Persönlichkeitsmerkmale, die deutlich stabiler sind.

Die Ergebnisse dieser empirischen Studie finden Sie auf der Seite Persönlichkeitstest für Führungskräfte.

Anmerkung zu den Kompetenzen des Managements

Die Kernkompetenzen des Managements sowie alle anderen Kompetenzen (siehe Liste mit 42 Kompetenzen) müssen einen Bezug zu den Aufgaben (Funktionen) von Managern oder Führungskräften in der Praxis haben. Diese Funktionen sind: Planung und Zielsetzung, Organisation (Aufbau und Ablauf) sowie Kontrolle (Ergebnis- und Fortschrittskontrolle). Mit anderen Worten, die Kompetenzen müssen Managern nachweislich helfen, ihre Aufgaben effektiver und effizienter zu bewältigen. So vermeidet man Stress und steigert Spaß und Erfolg im Beruf. Dies ist der Kern der Validierung (siehe Ende des Artikels zum Thema Validierung). 

Managementfähigkeiten für Ihre Karriere 

Sind Sie bereit, in die Welt des Managements einzusteigen oder Ihre Führungsrolle zu stärken? Unser Test der 20 wichtigsten Managementkompetenzen ist speziell für angehende Führungskräfte konzipiert, die bald Managementaufgaben übernehmen oder ihren Verantwortungsbereich ausbauen möchten. Ob es um Projekte, Kostenstellen, Abteilungen, Geschäftseinheiten, Unternehmen oder spezifische Bereiche wie Vertrieb, IT, Personalwesen oder Produktion geht – dieser Test hilft Ihnen dabei, Ihr Potenzial zu erkennen und zu entfalten. Dazu empfehlen wie die systematische Analyse Ihrer Möglichkeiten (Potenziale) und Grenzen in einer Potenzialanalyse

Für eine erfolgreiche Karriere in Richtung Selbstständigkeit, General Management oder unternehmerischer Verantwortung ist es entscheidend, dass Sie einen Businessplan effektiv (wirtschaftlich) realisieren können. Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite zum Thema Marketing- oder Businessplan.

Um herauszufinden, welche Kompetenzen Sie für diese Herausforderungen benötigen und wo Sie gegebenenfalls noch nachjustieren sollten, besuchen Sie unseren Test: Top 20 Managementkompetenzen. Bitte bedenken Sie dabei, dass es wichtig ist, Prioritäten zu setzen. Wir unterstützen Sie dabei, die Fähigkeiten zu identifizieren und zu entwickeln, die für Ihren Erfolg als Manager unerlässlich sind. Dazu empfehlen  wir unser Management-Coaching

Spaß und Erfolg im Beruf

Ohne diese Fähigkeiten wird es jede Führungskraft im Berufsleben sehr schwer haben (im Sinne von viel Stress), weil das immer noch verbreitete Prinzip „command and control“ immer weniger greift. Mit anderen Worten: Nachwuchskräfte ohne diese Kompetenzen werden sehr früh „verheizt“. Der Test kann auf Deutsch und Englisch Durchgeführt werden.

Führungskräfte können ihre Effektivität steigern, wenn sie darüber hinaus ihre transformationalen  Führungskompetenzen verbessern. Siehe dazu den entsprechenden Test (Gießener Inventar der Transformationalen Führung) sowie die Ergebnisse der empirischen Studie unter Führungskompetenzen.

Die Arbeit an den Kernkompetenzen des Managements (Stärken stärken und Schwächen schwächen) sollte am Anfang jeder Karriere stehen. Zu den verschiedenen Karrieremöglichkeiten empfehlen wir unseren Karriere-Test. Bei der Auswahl (zum Beispiel Einstellung) oder Förderung im Rahmen der Führungskräfteentwicklung kommen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Werte hinzu, die nur schwer veränderbar sind und daher die Grundlage für Auswahlentscheidungen bilden. Das bedeutet: Wenn ein Kandidat im Vorstellungsgespräch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale oder Werte nicht mitbringt, können Sie das Gespräch sehr schnell - überspitzt formuliert - in ein Small Talk verwandeln.

Zur Persönlichkeit empfehlen wir unseren Persönlichkeitstest oder andere validierte Instrumente wie zum Beispiel das BIP.

Weitere Informationen zur Analyse von Stärken und Schwächen zu verschiedenen Zwecken wie zum Beispiel Vorstellungsgespräch oder Führungskräfteentwicklung finden Sie unter dem Link Stärken und Schwächen Liste.

Hard Skills nicht vergessen

Diese zehn (und die anderen) grundlegenden Kompetenzen werden nicht viel nutzen, wenn die Führungskraft nicht nachweisen kann, dass sie ( wirtschaftliche) Ergebnisse erzielen kann. So hat zum Beispiel Fredmund Malik ausdrücklich vor einer naiven "Psychologisierung" des Managements gewarnt. Ohne wirtschaftliche Erfolge kann keine Führungskraft ihre Stelle behalten. Es gibt nur noch weniger Bereiche, in denen Verschwendung von Ressourcen toleriert wird (zum Beispiel in der Politik oder im öffentlich-rechtlichen Bereich).

Der Zusammenhang von "harten" und "weichen" Kompetenzen ist auf der Seite Führungskompetenzen dargestellt.   

Test der Kernkompetenzen des Managements: Gütekriterien

Eine faire und belastbare Beurteilung von Fach- und Führungskräften braucht mehr als einen guten Eindruck. Wer Bewerber, Potenzialträger oder Führungskräfte einschätzt, benötigt klare Kriterien, nachvollziehbare Fragen und belastbare Vergleichsdaten. Andernfalls entstehen Fehlurteile: geeignete Kandidaten werden übersehen, weniger geeignete Personen werden überschätzt, und Entwicklungsmaßnahmen setzen an der falschen Stelle an.

Deshalb legen professionell geführte Unternehmen besonderen Wert auf validierte Kompetenzmodelle. Die wichtigsten Qualitätsmerkmale solcher Verfahren nennt man Gütekriterien. Dazu gehören vor allem Objektivität, Reliabilität, Validität und Normierung. Diese Kriterien spielen auch in der DIN 33430 eine wichtige Rolle.

Eine verständliche Einführung in diese Gütekriterien bietet das White Paper Gütekriterien: Qualität von Fragebögen – Tipps für die Praxis. Beim Test der Kernkompetenzen des Managements steht vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Messen die Items Kompetenzen, die für die tatsächliche Arbeit von Managern relevant sind?

Zu diesen Aufgaben gehören zum Beispiel Ziele setzen, Entscheidungen treffen, Prioritäten klären, Mitarbeiter führen, Konflikte lösen, Fortschritte kontrollieren und Ergebnisse sichern. Genau daran werden Führungskräfte in der Praxis gemessen.

Datengrundlage und Erhebungsart

Der Test der Kernkompetenzen des Managements wurde auf Basis einer Online-Befragung mit n = 6.840 Teilnehmern geprüft. Die Daten stammen aus zwei Erhebungen. Die erste Stichprobe umfasst n = 849 Teilnehmer. Die zweite Stichprobe umfasst n = 5.991 Teilnehmer; in dieser Erhebung wurde zusätzlich eine Skala zur Umsetzungskompetenz integriert.

Diese zweite Stichprobe ist besonders wichtig, weil sie nicht nur Aussagen zur Zuverlässigkeit des Tests erlaubt, sondern auch zur Frage, ob die Kernkompetenzen mit einem empirischen Erfolgsindex zusammenhängen.

Reliabilität: Wie zuverlässig misst der Test?

Die Reliabilität beschreibt, wie zuverlässig ein Test misst. Beim Test der Kernkompetenzen zeigen die zehn Kompetenzskalen gute Werte. Die internen Konsistenzen der Skalen liegen bei Cronbachs Alpha zwischen .70 und .80. Die Gesamtskala mit 50 Items erreicht sehr hohe Werte von α = .959 bis α = .968.

Auch die Trennschärfen der Items sprechen für eine brauchbare bis gute Messqualität. Trennschärfe bedeutet: Ein Item passt dann gut zu seiner Skala, wenn Personen mit hoher Ausprägung der Kompetenz dieses Item ebenfalls hoch bewerten und Personen mit niedriger Ausprägung entsprechend niedriger. Die korrigierten Item-Skala-Korrelationen der Kernkompetenz-Items liegen im Durchschnitt bei etwa .51.

Damit liefern die Items überwiegend einen klaren Beitrag zur Messung der jeweiligen Kompetenz. Einzelne Items mit niedrigeren Werten sind nicht automatisch unbrauchbar, sollten aber bei künftigen Überarbeitungen besonders geprüft werden.

Inhalts- und Praxisvalidität: Messen die Kompetenzen das Richtige?

Validität bedeutet: Ein Test misst tatsächlich das, was er messen soll. Beim Test der Kernkompetenzen wurde die Auswahl der zehn Dimensionen nicht aus abstrakten Theorien abgeleitet, sondern aus den Anforderungen der Managementpraxis.

Die zehn Kompetenzen wurden durch Expertenbefragungen, die Analyse von rund 100 Kompetenzmodellen verschiedener Unternehmen sowie durch den langjährigen Einsatz in der Beratungspraxis des Instituts für Management-Innovation geprüft. Befragt wurden unter anderem Geschäftsführer, Personalverantwortliche und Vertriebsleiter. Die zentrale Frage lautete: Welche Kompetenzen werden in Unternehmen bei der Führungskräfteentwicklung besonders häufig erhoben?

Zusätzlich wurden die Items über mehrere Jahre im praktischen Einsatz mit renommierten Unternehmen sowie im Executive MBA der Technischen Hochschule Mittelhessen kritisch geprüft, diskutiert und weiterentwickelt. Dadurch ist nicht nur die statistische Qualität wichtig, sondern auch der praktische Fit: Die Items müssen zu realen Führungsaufgaben passen.

Kriteriumsbezogene Validität: Zusammenhang mit Umsetzungskompetenz

Besonders wichtig ist die kriteriumsbezogene Validität. Sie zeigt, ob die gemessenen Kompetenzen mit einem relevanten Außenkriterium zusammenhängen. In der zweiten Stichprobe wurde deshalb zusätzlich die Umsetzungskompetenz erfasst. Sie beschreibt die Fähigkeit, Ziele in messbare Resultate umzusetzen.

Diese Umsetzungskompetenz steht in engem Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen überdurchschnittlich wirksamer Manager, wie sie unter anderem bei Csikszentmihalyi (2003) und Pelz (2023) beschrieben werden. Im Test dient sie als Erfolgsindex.

Das Ergebnis ist eindeutig: Alle zehn Kernkompetenzen korrelieren positiv mit diesem Erfolgsindex. Der mittlere Zusammenhang beträgt r = .62. Das ist ein deutlicher empirischer Hinweis darauf, dass die zehn Kernkompetenzen nicht nur plausibel klingen, sondern mit erfolgsrelevantem Führungsverhalten zusammenhängen.

Kernkompetenz Korrelation mit Umsetzungskompetenz
Persönliches Auftreten r = .68
Analytisches Denkvermögen r = .65
Eigeninitiative r = .67
Ziel- und Ergebnisorientierung r = .70
Effektive Kommunikation r = .63
Teamverhalten r = .55
Problemlösung und Entscheidung r = .72
Konfliktmanagement r = .58
Vertrauen und Verlässlichkeit r = .58
Emotionale Intelligenz r = .44
Mittelwert r = .62

Weiterführende Informationen zum Erfolgsindex und zur Umsetzungskompetenz finden Sie in der Publikation Umsetzungskompetenz – Schlüsselkompetenz für Führungspersönlichkeiten.

Normierung und Vergleichsdaten

Die große Stichprobe von n = 6.840 ermöglicht unterschiedliche Vergleichsdaten. Dadurch kann das Ergebnis einer Person nicht nur mit einem allgemeinen Durchschnitt verglichen werden, sondern auch mit passenden Vergleichsgruppen.

Solche Vergleichsgruppen können zum Beispiel nach Alter, Geschlecht, Ausbildung, Führungserfahrung, Unternehmensgröße, Branche oder Verantwortungsebene gebildet werden. Ein Beispiel wäre das Profil einer 34-jährigen weiblichen Führungskraft mit naturwissenschaftlicher Ausbildung, fünf Jahren Führungserfahrung und Tätigkeit in einem Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern.

Solche Vergleichsdaten sind besonders hilfreich, weil Stärken und Schwächen immer im Zusammenhang mit konkreten Anforderungen beurteilt werden müssen. Eine Führungskraft im Vertrieb eines mittelständischen Technologieunternehmens braucht andere Schwerpunkte als der Leiter des Rechnungswesens in einem Konzern.

Für die Praxis ist deshalb nicht nur der allgemeine Normwert entscheidend. Wichtiger ist die Frage, ob eine Person zu den Aufgaben, Zielen und Anforderungen ihrer Rolle passt – und wie sich die Kompetenzen im Team ergänzen.

Bei der Erstellung eines möglichst belastbaren Stärken-Schwächen-Profils hat sich zusätzlich das 360-Grad-Feedback bewährt. Es ergänzt die Selbsteinschätzung durch Rückmeldungen von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden. Einzelheiten dazu finden Sie auf der Seite 360-Grad-Feedback in der Führungskräfteentwicklung.

Zu den Anforderungen verschiedener Karrierewege empfehlen wir außerdem den Test der 8 Karriereanker und für die Anforderungen an die Geschäftsführung den Test der Kompetenzen des Top Management Teams.

Fazit

Der Test der Kernkompetenzen des Managements verbindet eine umfangreiche empirische Datengrundlage mit praktischer Anwendung in Führungskräfteentwicklung, Potenzialanalyse und Coaching. Die üblichen Anforderungen an die Reliabilität werden erfüllt: Die zehn Kompetenzskalen erreichen Cronbachs Alpha von .70 bis .80; die Gesamtskala mit 50 Items erreicht Werte von α = .959 bis α = .968. Als Erfahrungswert gilt in der psychometrischen Praxis häufig: Werte ab etwa α = .70 sprechen für eine ausreichende interne Konsistenz.

Auch die Trennschärfen erfüllen überwiegend die üblichen Anforderungen. Die korrigierten Item-Skala-Korrelationen liegen bei einem großen Teil der Items über .50; die übrigen Items liegen überwiegend im Bereich knapp darunter. Als Erfahrungswert gilt: Korrigierte Trennschärfen ab etwa .30 gelten in der Regel als brauchbar, Werte ab etwa .50 als deutlich belastbarer.

Hinweise auf die Validität ergeben sich aus Expertenbefragungen, der Analyse von rund 100 Kompetenzmodellen, dem Praxiseinsatz im Institut für Management-Innovation, Projekten mit renommierten Unternehmen, dem Einsatz im Executive MBA sowie aus dem empirischen Zusammenhang mit Umsetzungskompetenz. Die mittlere Korrelation der zehn Kernkompetenzen mit diesem Erfolgsindex beträgt r = .62.

Damit kann der Test für Standortbestimmungen, Potenzialanalysen, Coaching, Führungskräfteentwicklung und die Vorbereitung gezielter Entwicklungsmaßnahmen eingesetzt werden.

Kurz zusammengefasst: Gütekriterien

Der Test wurde mit n = 6.840 Teilnehmern in Online-Befragungen geprüft. Die üblichen Anforderungen an die Reliabilität werden erfüllt: Die zehn Kompetenzskalen erreichen Cronbachs Alpha von .70 bis .80, die Gesamtskala α = .959 bis α = .968. Die Trennschärfen der Items liegen überwiegend im erwartbaren Bereich korrigierter Item-Skala-Korrelationen.

Hinweise auf die Validität ergeben sich aus Expertenbefragungen, rund 100 Kompetenzmodellen, dem Praxiseinsatz im Institut für Management-Innovation, Projekten mit renommierten Unternehmen und dem Executive MBA. Die Korrelation mit Umsetzungskompetenz beträgt im Mittel r = .62. Die Stichprobe ermöglicht differenzierte Vergleichsdaten nach Zielgruppen, Rollen und Führungserfahrung.

Wie Sie Ihre Kernkompetenzen des Managements ausbauen können

Der validierte Test Ihrer Kernkompetenzen hilft Ihnen, Ihr persönliches Stärken-Schwächen-Profil im Vergleich zu anderen Teilnehmern besser einzuschätzen. Dieses Selbstbild ist ein wichtiger erster Schritt. Noch belastbarer wird die Diagnose, wenn Sie zusätzlich andere Personen um Feedback bitten.

Besonders aussagekräftig ist ein 360-Grad-Feedback. Dabei wird das Selbstbild durch Rückmeldungen von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern oder anderen relevanten Personen ergänzt. So entsteht eine objektivere und zuverlässigere Grundlage für die Entwicklung Ihrer Management- und Führungskompetenzen.

Aus den Ergebnissen sollte ein Persönlicher Entwicklungsplan abgeleitet werden. Er legt fest, welche Kompetenzen Sie gezielt ausbauen, welche Verhaltensweisen Sie verändern und welche konkreten Maßnahmen Sie im beruflichen Alltag umsetzen wollen. Diesen Plan können Sie selbst erarbeiten oder mit einem erfahrenen Coach weiterentwickeln.

Tipp für die Geschäftsführung: Bauen Sie heute einen Talentpool auf, damit Sie morgen die Wahl haben

Wer heute Potenzial erkennt, hat morgen die Wahl

Die zehn Kernkompetenzen bieten eine belastbare Grundlage, um Potenzialträger systematisch zu beurteilen, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen und notwendige Entwicklungsschritte festzulegen. Wer geeignete Kandidaten frühzeitig identifiziert und fördert, kann daraus einen Talentpool für künftige Schlüsselpositionen aufbauen. So werden Wachstum, Nachfolge und die Besetzung wichtiger Führungsrollen weniger vom Zufall abhängig.

Talentpool: Der Wettbewerbsvorteil, den man nicht kaufen kann

Häufige Fragen zu Kernkompetenzen von Führungskräften

Was sind Kernkompetenzen von Führungskräften?

Kernkompetenzen sind grundlegende Managementfähigkeiten, die Führungskräfte benötigen, um Ziele zu erreichen, Aufgaben zu organisieren, Entscheidungen zu treffen, Mitarbeiter zu führen und messbare Ergebnisse zu erzielen.

Welche Kernkompetenzen sind besonders wichtig?

Zu den wichtigsten Kernkompetenzen zählen persönliches Auftreten, analytisches Denkvermögen, Eigeninitiative, Ziel- und Ergebnisorientierung, Kommunikation, Teamverhalten, Problemlösung, Konfliktmanagement, Vertrauensbildung und emotionale Intelligenz.

Wie kann man Kernkompetenzen messen?

Kernkompetenzen lassen sich mit validierten Fragebögen, strukturierten Beobachtungen und 360-Grad-Feedback erfassen. Wichtig sind Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität, Validität und Normierung.

Warum reicht Selbsteinschätzung allein nicht aus?

Eine Selbsteinschätzung zeigt, wie eine Führungskraft ihre eigenen Stärken und Schwächen wahrnimmt. Belastbarer wird die Diagnose, wenn zusätzlich Rückmeldungen von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden einbezogen werden.

Wie können Führungskräfte ihre Kernkompetenzen verbessern?

Der erste Schritt ist eine fundierte Diagnose der eigenen Stärken und Schwächen. Danach sollten konkrete Entwicklungsziele, passende Verhaltensänderungen und praktische Maßnahmen in einem persönlichen Entwicklungsplan festgelegt werden.

Welche Rolle spielt Persönlichkeit bei Kernkompetenzen?

Kompetenzen können gezielt entwickelt werden. Persönlichkeitsmerkmale sind dagegen deutlich stabiler und nur schwer veränderbar. Deshalb sollten bei Karriereentscheidungen, Potenzialanalysen und Führungskräfteentwicklung immer beide Ebenen berücksichtigt werden.

Literatur

Aktuelle Publikationen von Prof. Dr. Waldemar Pelz

  • Pelz, W.: Empathie in der Führung – Wie Sie Vertrauen aufbauen und Beziehungen stärken. Springer Gabler 2026.
  • Pelz, W.: Transformationale Führung – Workbook mit 336 Tipps zur Umsetzung des wirksamsten Führungsstils unserer Zeit. Cuvillier Verlag 2025.
  • Pelz, W.: Führungstalente objektiv beurteilen – Wissenschaftlich fundierte Indikatoren für Führungspotenzial. Springer Gabler 2024.
  • Pelz, W.: Persönlichkeit gewinnt – Fokussiertes Recruiting mit dem berufsbezogenen Persönlichkeitstest. Schäffer-Poeschel 2023.

Weitere Literatur zu Managementkompetenzen, Führung und Talententwicklung

  • Bass, B.: The Bass Handbook of Leadership. The Free Press 2008.
  • Carter, L. et al.: Best Practices in Leadership Development and Organizational Change. San Francisco: Pfeiffer 2005.
  • Champa, M.: The role of managerial skills in success of an organization. International Journal of Research in Commerce & Management 2017.
  • Giber, D. et al.: Best Practices in Leadership Development Handbook: Case Studies, Instruments, Training. San Francisco: Pfeiffer 2009.
  • Goldsmith, M. & Carter, L.: Best Practices in Talent Management. How the World’s Leading Corporations Manage, Develop and Retain Top Talent. San Francisco: Pfeiffer 2010.
  • Kim, W. C. & Mauborgne, R.: Blue Ocean Leadership. Harvard Business Review 2014.
  • Komives, S.: Leadership for a Better World: Understanding the Social Change Model of Leadership Development. Jossey-Bass 2016.
  • Kreitner, R.: Organizational Behavior. McGraw-Hill 2010.
  • Maccoby, M.: The Leaders We Need and What Makes Us Follow. Harvard Business School Press 2007.
  • Pelz, W.: Kompetent führen. Wiesbaden 2004. Dritte Auflage online unter Führungskompetenzen.
  • Pelz, W.: Umsetzungskompetenz als Schlüsselkompetenz für Führungspersönlichkeiten. In: Au, C. von (Hrsg.): Leadership und angewandte Psychologie. Springer Gabler 2017.
  • Pelz, W.: Transformationale Führung – Forschungsstand und Umsetzung in der Praxis. In: Wirksame und nachhaltige Führungsansätze. Springer Gabler 2016.
  • Pelz, W.: Herausforderungen im aktuellen Talentmanagement. In: Führungstalente objektiv beurteilen. Springer Gabler 2024.
  • Pelz, W.: Empathie als Schlüssel zum Erfolg. In: Empathie in der Führung. Springer Gabler 2026.
  • Robbins, S. P. & Judge, T. A.: Essentials of Organizational Behavior. Pearson 2016.
  • Seibert, S. et al.: Linking Developmental Experiences to Leader Effectiveness and Promotability. Personnel Psychology 2017.
  • Van Velsor, E. et al.: The Center for Creative Leadership Handbook of Leadership Development. Jossey-Bass 2010.
  • West, J. M.: Blueprint for Building Your Leadership Foundation. Maimou Publishing 2017.
  • Yukl, G.: Leadership in Organizations. Pearson 2013.

Über den Autor

Prof. Dr. Waldemar Pelz ist langjähriger Professor für Internationales Management und Marketing an der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie Gründer des Instituts für Management-Innovation, einer Ausgründung aus der THM. Seine Arbeitsschwerpunkte sind evidenzbasierte Management-Diagnostik, Führungskompetenz, Persönlichkeit, 360-Grad-Feedback und Führungskräfteentwicklung.

Die Inhalte dieser Seite beruhen auf validierten Testverfahren, empirischen Studien, Fachpublikationen und praktischer Erfahrung aus Beratung, Coaching und Führungskräfteentwicklung.

Weitere Informationen: Autorenprofil | ORCID | ResearchGate