Wissenschaftlich fundierte Tests zur Einschätzung Ihrer Stärken, Schwächen und Potenziale

Teamfähigkeit

Teamfähigkeit und TeamgeistOhne Teamfähigkeit geht heute (fast) gar nichts mehr!

Was bedeutet Teamfähigkeit, wie kann man sie „messen“, und wie teamfähig sind Sie? Wie verbessert man konkret die Teamarbeit? Unter welchen Bedingungen entsteht Teamgeist, der eine Mannschaft zu Spitzenleistungen antreibt? Dieses Gespür entwickelt man in der Regel durch jahrelange praktische Erfahrung. Dieser Test der Teamfähigkeit macht dieses Gespür rational nachvollziehbar und zeigt, warum in manchen Teams echter Teamgeist entsteht, während in anderen die Teamarbeit einfach nicht funktioniert. Dieser Test zeigt Ihre besonderen Stärken und Schwächen bei der Rolle (Aufgabe) die Sie typischerweise im Team einnehmen. Nur mit einer effektiven Rollenverteilung kann die Teamarbeit erfolgreich sein und Teamgeist fördern. Es sind Fähigkeiten, die über die Empathie und Emotionale Intelligenz hinausgehen.

Vorschlag: Führen Sie zuerst den Test durch, und informieren Sie sich anschließend über den wissenschaftlichen und praktischen Hintergrund, wie er in der Kurzbeschreibung und in der Fachliteratur dargestellt ist.

>> Teamfähigkeit und Teamgeist - Link zum Test der Teamfähigkeit

Kurzbeschreibung

Teamfähigkeit und Teamentwicklung haben nicht viel mit einer oberflächlichen Harmonie zu tun. Diese ist in der Praxis, vor allem bei Belastungen und (unterschwelligen) Konflikten, schnell verschwunden. Mit Gemeinplätzen wie kooperativ, anpassungsfähig, rücksichtsvoll oder kompromissbereit sein kommt man auch nicht viel weiter, wenn es um effektive Teamarbeit geht. Damit echter Teamgeist entsteht, kommt es darauf an, dass jedes Teammitglied diejenige Aufgabe (Rolle) übernimmt, die ihm „auf den Leib zugeschnitten ist“. Dazu kann die Bereitschaft gehören, sich „unbeliebt“ zu machen (was oft als mangelnde Teamfähigkeit interpretiert wird).

Manche Team-Mitglieder haben eine besonders stark ausgeprägte Willenskraft und stören damit die ausgewogene Ergänzung der Rollen. Das gleiche gilt für eine schwache Willenskraft (Fachbegriff Volition). Deswegen misst dieser Test auch die Intensität, mit der die Mitglieder ihre Rollen (Aufgaben) wahrnehmen, damit derartige Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden können.

Das Prinzip der effektiven Teamarbeit und Teamentwicklung ist aus der Pilotenausbildung und aus dem Spitzensport bekannt. Ausgehend von diesen Erfahrungen (Best Practice) können Sie Ihre Teamfähigkeit testen. Was ist Ihre bevorzugte Rolle im Team? Was ist Ihr besonderer Beitrag zum Teamerfolg? Wie flexibel ist Ihr Teamverhalten? Welche Stärken und Schwächen zeigen Sie dabei? Warum „funktionieren“ manche Teams einfach nicht? Um diese Fragen beantworten zu können, benötigt man validierte Testverfahren. Dazu gehört dieser Test der Teamfähigkeit.

Manche Theorien (zum Beispiel die von Belbin) sind zu komplex und damit wenig praktikabel. Sie behaupten zum Beispiel, es gäbe etwa zehn verschiedene Team-Rollen und übersehen, die Tatsache, dass die Evolution uns seit vielen Tausend Jahren gelehrt hat, welche Prinzipien für den Erfolg von Systemen tatsächlich verantwortlich sind: Variation, Selektion und Retention. Die zahlreichen Varianten davon sind für Erfolg der Teamarbeit nicht entscheidend. Folglich kann man sie bei der Zusammenstellung eines Teams oder bei der Optimierung der Teamarbeit verzichten und sich statt dessen auf das Wesentliche konzentrieren.

Gütekriterien des Gießener Tests der Teamfähigkeit

Reliabilität (Zuverlässigkeit)

Die vier Rollen des Teamtests variieren bezüglich ihrer internen Konsistenz zwischen α = .76 (Umsetzer) und α = .87 (Initiator). Die Trennschärfenanalyse zeigte auf, dass 21 von 28 Items Werte von über .5 innerhalb ihrer Teamrolle erzielten. Sieben weitere Items erreichten Werte knapp darunter.

Validität (Testgültigkeit)

Die Inhaltsvalidität, also der Modell-Fit wurde durch mehrere Vorstudien unter Beteiligung von vielen Personalverantwortlichen überprüft. Als Außenkriterium zur Überprüfung der Validität fand die Überprüfung der Korrelation nach Spearman mit den wichtigsten Items des Gießener Inventars der Umsetzungskompetenzen statt. Die berechneten Korrelationen erreichten Werte von .606 (Initiator), .688 (Entscheider), .570 (Umsetzer) und .586 (Kritiker). Weiterhin durchgeführte konfirmatorische und explorative Faktoranalysen bestätigten einen guten Modell-Fit der Theorie (Konstruktvalidität).

Normen

Die Normierungsstichprobe beinhaltet derzeit insgesamt N = 363 Personen aus verschiedenen Bereichen wie Management, Naturwissenschaft und Technik in verschiedenen Altersgruppen und beiderlei Geschlechts.

Literatur zum wissenschaftlichen Hintergrund der Teamfähigkeit

  • Aritzeta, Aitor; Swailes, Stephen; Senior, Barbara: Belbin's Team Role Model: Development, Validity and Applications for Team uilding. Journal of Management Studies 2007
  • Ronald Beach: Acceptance of Assessments for Team Assignments - the Secret Ingredient for Managers. Proceedings of the International Conference on Management, Leadership & Governance 2014
  • Bruce Avolio and Bernard Bass, Platoon Readiness as a Function of Leadership, Platoon, and Company Cultures, United States Army Research Institute, 2000
  • Meredith Belbin, Team Roles at Work, Taylor & Francis, 2010
  • Daniel Denison et al., From Chimneys to Cross-Functional Teams – Developing and Validating a Diagnostic Model, in: Academy of Management Journal 1996
  • Charlotte Garvey, Steer Teams with the Right Pay, in: HR Magazine 2002
  • Talan Miller: From the brain to the team. Training Journal 2015
  • William Murray et al., A Longitudinal Model of the Effects of Team Leadership and Group Potency or Group Performance, in: Group and Organization Management 2002
  • Joachim Scheiderer u. a., Human Factors im Cockpit, Berlin und Heidelberg 2011
  • James Sommerville and Shirley Dalziel, Project teambuilding the applicability of Belbin’s team-role self-perception inventory, in: International Journal of Project Management 1998
  • Tara van de Water et al., A balanced team generating model, in: European Journal of Operational Research 2007